„Ähm… aber nie im Becken“

Er liebt Wasser. Er ist Vater, Vertriebsleiter in einem Sägewerk, kommt aus dem Allgäu, mag die Dire Straits und Calzone. Und Uli Munz schwimmt seit vielen Jahren bevorzugt durch Seen und im Meer. An Ostern hat er erfolgreich die Straße von Gibraltar von Spanien nach Marokko durchquert. Keine fünf Stunden brauchte er gemeinsam mit seinem Freund Hamza Bakircioglu für die etwa 16 Kilometer von Europa nach Afrika. Für Uli Munz wurde ein Traum Wirklichkeit, getreue seinem Motto: „Tue das, was du liebst.“

Tue das, was du liebst. Uli Munz liebt das Schwimmen

Eventoplena : Uli, was bedeutet Wasser für dich?

Uli Munz (UM):  Ohne Wasser würde es kein Leben geben, für mich ist es zudem ein Ruhepol, ich genieße es, wenn Wasser mich umschließt.

Eventoplena: Wann hat diese Faszination für dich begonnen? Gab es ein Schlüsselerlebnis oder jemanden, dem du das zu verdanken hast?

UM: Als Kind im Urlaub am Bodensee schwamm ich immer um die Flöße, überlegte mir da schon, ob es wohl möglich wäre bis zum anderen Ufer in die Schweiz schwimmen zu können, Einige Jahre später bin ich es dann.

Eventoplena: Hast du im Wasser, beim Schwimmen, schon einmalrichtig Angst gehabt?

UM: Ich habe keine Angst beim Schwimmen, Angst ist ein schlechter Begleiter, jedoch habe ich immer Respekt vor der Sache, die ich angehe. Und vor der Natur, die einem gnädig dabei sein muss.

Schwimmend von Europa nach Afrika durch die Straße von Gibraltar

Eventoplena: Kurz vor Ostern bist du von Europa nach Afrika geschwommen, von Spanien nach Marokko. Wann ist die Idee zu diesem Abenteuer entstanden?

UM:  Die Idee hat mich schon seit früher Jugend begleitet. Als mein Freund Hamza letzten Herbst einen Slot dafür erhalten hat und mich fragte, ob ich mitschwimmen will, habe ich nicht eine Sekunde gezögert.

Verpflegung auf den 16 Kilometern ist essentiell.

Eventoplena: Hatte dieses Abenteuer eine tiefere Botschaft? Schließlich versuchen Zehntausende Menschen jedes Jahr aus Afrika von dort nach Europa zu gelangen? Also genau umgekehrt! Hast du während der Aktion etwas davon mitbekommen?

UM:  Während ich schwamm habe ich mir darüber keine Gedanken gemacht, da war ich einfach zu konzentriert. Allerdings sahen wir täglich Schiffe ankommen. Sie brachten Frauen nach Spanien, die dort auf den Feldern arbeiten. Das hatte für mich etwas Beklemmendes. Die ganze Szenerie im Hafen wirkte wie moderner Sklavenhandel auf mich.

Strömungen erschweren manchmal das Vorankommen

Eventoplena: Auf jeden Fall ist so eine Überquerung nicht ohne Risiko. Wie bereitest du dich auf diese Gefahren vor? Mental und körperlich?

UM: Mental fokussiere ich mich auf das Schwimmen, da gibt es dann nur einen Plan A, keinen Plan B.  Es ist uns ja auch bewusst, dass wir da draußen nicht alleine sind und anderes Leben existiert. Körperlich bereite ich mich natürlich gewissenhaft darauf vor, so minimieren wir das Risiko. Aber ein Restrisiko bleibt natürlich immer.

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