Ankunft bei sich selbst

Warmes Morgenlicht auf kalten Schnee und Eis

Die ersten Seilschaften machen sich auf den Weg. Von der Hütte aus dauert der Weg zum Gipfel etwa eineinhalb Stunden. Zunächst geht es auf einen vergleichsweise flachen Gletscher. Der Himmel ist nahezu wolkenlos. Ganz weit hinten steigt die Sonne glühend rot Stück für Stück empor. Im Tal sind nur schemenhaft die niedrigeren Gipfel, Grate und Geröllfelder zu erkennen. Die Bergsteiger atmen gleichmäßig, stoßen kleine Wölkchen aus. Das Klettergeschirr klimpert, das Eis kracht unter den Steigeisen. Ich liebe das.

So schön kann Bergsteigen sein
Es steigert sich… bis zum Glück

Das ist wie Musik. Oder gar Meditation. Dann (er)lebe ich im Augenblick. Jeden Schritt, jedes Knistern, jeden Atemzug, jede Schweißperle nehme ich wahr. So intensiv, dass mir wohlig ums Herz wird. Es ist warme Zufriedenheit. Egal, ob ich am Großglockner bin, am Montblanc oder am Chimborazo. Hochtouren sind immer wieder ein Hochgefühl. Auch weil ich weiß, wie schnell es auch vorbei sein kann. Ein Fehltritt, einmal nicht aufmerksam, eine Gletscherspalte – und schon kann aus dem Glück ein Unglück entstehen. Ich muss achtsam sein und bleiben. Will es auch. Denn so fühlt sich wirklich empfundene Demut für mich an. Gegebenheiten hinnehmen, mich ihnen stellen und daran wachsen. Ein Leben lang, im Beruf, im Privaten oder eben am Berg.

Der Kleinglockner ist der Bruder…

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