Begegnungen, die bleiben

Heute ist Silvester. Ich bin in Indien. In Devikulam. Das Dorf liegt oberhalb der Stadt Munnar, am Rande der Westghats. Die Gegend ist bekannt für ihre Teeplantagen. Noch nie habe ich diese Landschaftsform gesehen. Das Grün, die sanft geschwungenen Hügel überwältigen mich. Es ist noch früh. Die Sonne kriecht noch hinter den Bergspitzen hervor und taucht das Land in ein warmes Licht.

Wirklichkeit oder Tagtraum?

Ich schaue und staune.  Bin schon ganz besoffen von den Plantagen in Devikulam in Kerala. Seit heute früh stapfe ich durch die grüne parkähnliche Landschaft und kann mich nicht satt sehen. Vollrausch. Fast schwindelig vom Grün schwanke ich meines Weges und treffe auf eine Gruppe von Arbeitern. Sie machen ihre erste Frühstückspause. Ein großer Teekessel steht im Hintergrund. „Guten Morgen“, grüße ich die Männer, die im Staub am Wegesrand sitzen. „Möchtest du einen Tee?“, fragt mich einer von ihnen. Ich zögere kurz, dann sage ich gerne ja. Schon reicht mir Ekram, einer der Arbeiter, einen Becher. Ich nippe daran. Süß ist der Trunk und kräftig. Ich schnalze mit der Zunge. „Wow, lecker.“ Die Männer lachen.

Ekram (vorne) und seine Männer laden mich auf eine Tasse Tee ein

Um acht Uhr haben sie mit der Arbeit begonnen. „Um vier ist heute Schluss“, sagt Ekram. „Wir müssen ja noch einiges für den Jahreswechsel vorbereiten.“ Ob es denn eine große Party gebe, möchte ich wissen.  Die Herren wackeln  mit ihrem Kopf, so wie es in Indien oft geschieht. Das kann vieles bedeuten. Ein Ja, ein Nein, ein Weiß nicht, fast alles. Da die Männer freundlich lächeln, werte ich es als Zustimmung. Dann bedanke ich mich artig für den Tee, wünsche den Arbeitern ein gesundes neues Jahr und ziehe weiter. Sie winken mir nach und machen sich wieder an ihr Tagwerk. Silvester beginnt für sie erst um vier.

Hier wird schon Holz für das Lagerfeuer am Silvesterabend gesammelt.

Die Party war letztlich wohl eher überschaubar. Ich habe beim Feuerwerk um Mitternacht insgesamt 14 Böller gezählt. Devikulam ist eben ein kleines, aber wunderschönes Dorf.

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