Bernie und sein Laster

Von 80 auf acht – Weniger ist manchmal mehr

Die Idee ist gar keine. Eher ein Prozess, eine lange Gedankenkette. Oder besser: Das Ergebnis vieler Überlegungen. Es gibt auch keinen äußeren konkreten Anlass, keinen persönlichen Schicksalsschlag oder eine Art Geistesblitz, der Bernd Großheim dazu veranlasst, sein Leben im zarten Alter von über 50 noch einmal umzukrempeln. Auf dem Gas-Herd im Inneren des MAN-Lastwagens brodelt der Espresso-Topf. Ohne Kaffee geht nicht viel. Schon gar kein Interview. Jeder hat eben sein Laster… .

Keine Berliner Luft, aber Kaffee-Duft

Durch die mobile Einraumwohnung wabert eine köstliche Duft-Wolke. Stark und anregend. Die Lebensgeister aufweckend, an diesem etwas trüben Wintertag, irgendwo im Kreis Pinneberg. Da, wo das Land ziemlich flach ist, und wo man – wären da nicht die vielen Knicks und Waldstücke – schon von Weitem sehen kann, wer morgen zu Besuch kommt.

Unterwegs zuhause…

„Am Anfang stand die Frage“, erzählt Bernie, „was brauche ich wirklich?“ Schnell ist für den Journalisten klar, „sicher nicht so viel wie ich 2019 noch besaß.“ Nämlich eine vergleichsweise große Stadtwohnung, viele Bücher, Schallplatten und andere persönliche Dinge. Auf etwa 30 Gegenstände kommt der Vater zweier Töchter. 30 Dinge, die er tagtäglich wirklich im Gebrauch hat. „Da sind das Bett, der Kühlschrank und die Espresso-„Maschine“ schon mit eingerechnet“, schmunzelt Großheim.

„Ich brauche nicht wirklich so viele Dinge

3 Gedanken zu „Bernie und sein Laster“

  1. Als Du mir vor Weihnachten 2019 davon erzähltest, habe ich es für eine kurzzeitige Marotte gehalten. Jetzt lebst Du immer noch in der Emma. Kompliment!

    Sieht übrigens klasse aus.

    Aber es passt zu Dir und das meine ich als positive Bewertung. Einfach mal etwas wagen, aus dem Vorgeprägten ausscheren. Das hast Du mit deinem Russland-Aufenthalt gemacht und das hast Du jetzt fortgesetzt. Den Mut muss man erst einmal haben. Chapeau (da Hüte und Mützen ja auch zu Dir gehören!).

  2. Schön erzählt, das neue Leben von Bernardo Casagrande. Und ein sehr mutiger Schritt, sich so drastisch zu minimalisieren. Diesen Schritt Ende November zu wagen – Wahnsinn! Aber wenn man die ersten drei, vier Monate schafft, dann auch den Rest des Jahres. Toi, toi, toi! Auf dass Bernd auch künftig nichts fehlt!

  3. Hallo Bernd, sehr guter und interessanter Blog.
    Freue mich, dass Du Deinen gegenwärtigen Traum in der „ alten Emma“ leben kannst. Das war vor über dreißig Jahren mein erster Fahrschul-LKW, auf dem ich meinen Führerschein BCE beim Bund gemacht habe. Geile Karre ohne jegliche Servo-Unterstützung. Kann viele Deiner fahrtechnischen Eindrücke nur unterstreichen. Macht Spaß die „ alte Emma“ zu fahren. Wünsche Dir für Deinen eingeschlagenen Weg Fortune und Gesundheit – der Rest findet sich. Beste Grüße Torsten 🍀👍😉

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