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Früher Kaserne heute Knödel

Die Häuser stehen auf historisch interessantem Gebiet. Die Grenze zwischen Italien und Österreich liegt keine 20 Meter von dem Gebäudekomplex entfernt. In den 1940er Jahre beschließt der faschistische Diktator Benito Mussolini die Grenze zu Nazi-Deutschland zu befestigen. Bis heute stehen die Bunkeranlagen in der Berglandschaft. Angefressen von Wind und Wetter. Andreas Innerhofer sitzt vor der Marchhütte und blinzelt in die Sonne.

Gipfel und Grenze in Reichweite. Andreas Innerhofer

Wo früher Soldaten schlafen und stramm stehen, kann der Bergwanderer heute schlummern und schlemmen. Die Idee hatten die Innerhofer-Brüder schon vor Jahren. Anderswo in Südtirol. Dort hakt es. Die liebe Bürokratie. Doch dann entdecken sie die militärischen Hinterlassenschaften unterhalb des Marchginggele. Die oder keine. „Das war ein lang gehegter Traum“, erzählt Andreas. „Als er wahr zu werden schien, mussten wir uns noch einmal einen Ruck geben.“

Mit dem Mut des Machbaren gingen sie die Marchhütte an. Als studierter Architekt hat Andreas nun noch mehr zu tun. Er vermisst, schaut, berechnet, zeichnet, werkelt, muss sich mit der vorgegebenen baulichen Situation arrangieren. „Das war eine Auflage der Behörden. Zu viel Veränderung war und ist nicht erwünscht.“ Monatelang tüfteln die Innerhofers. Probieren aus, verwerfen Pläne, schmieden neue und freuen sich über ihre Aufgabe. Andreas lächelt. „Auf jeden Fall ist diese Arbeit erfüllender als im Büro zu sitzen. Sie macht zufriedener.“ Dann streift der großgewachsene Mann seine blaue Schürze über, geht in die kleine Küche und fängt zu bruzzeln an. Einige Wanderer sind da und haben Appetit. „Kochen macht Spaß“, sagt der Südtiroler. „Ob es eine Berufung ist, weiß ich nicht.“

Andreas Innerhofer (r) mit seiner Nichte

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