Finale, Fernsicht, Fantasie

Christof Schett denkt in die Zukunft und liebt den Ausblick

Ein Wesensmerkmal der Villgrater ist ihr Traditionsbewusstsein. Anderswo gelten sie als stur. Weil sie sich seit Jahrzehnten erfolgreich gegen Großinvestoren wehren, die Hotelburgen und Skilifte errichten wollen. Nein, sagen die Menschen dazu. Bitte kein Massentourismus. Das sei nicht rückwärtsgewandt, sondern die Zukunft, findet Christof Schett. Der Umwelttechniker und frühere Profisnowboarder kommt auch von hier, ist aber nicht verwandt mit dem Sepp. Christof sitzt nicht nur im Gemeinderat, sondern er macht sich viele Gedanken um die Zukunft des Tals. Und er findet, dass „die Herz-Ass-Runde eine wunderschöne Tour ist, die jeder einmal gemacht haben sollte.“

Das sieht sein Namensvetter Sepp Schett genauso. Wir steigen wieder leicht bergan. Lärm oder Trubel sind weit weg. Wir gehen über Stock und Stein. Über Wurzeln und kleine Wiesen. Für den Sepp, den Unternehmer aus dem Villgratental ist so eine Tour immer auch eine Begegnung mit sich selbst. Und mit seinem Hirtenstab, „der mich schon seit Jahrzehnten begleitet.“

Auch als er vor mehr als 30 Jahren die Villgrater Natur gründet. Eine Firma, die alles nutzt, was Schafe liefern. Fleisch, Milch und – natürlich – Wolle. Um daraus mehr zu machen als Pullover. Für Bau- und Dämmstoff eignet sich die Faser genauso wie für Matratzen oder große Filzbahnen. Schetts Waren gehen in alle Welt, die Arbeitsplätze bleiben im Tal und schaffen eine Perspektive auch für junge Menschen.

Bewährt: Heuernte auf alte Art und Weise.

„Das ist doch das Entscheidende“, findet der erfolgreiche Unternehmer. „Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen müssen so sein, dass man die jungen Leute weiterhin dafür begeistern kann, diese steilen Höfe zu bewirtschaften…. Aber sie müssen auch davon leben können. Es hat ja keinen Sinn, dass sie früh um sieben nach Lienz fahren müssen in die Fabrik und dort den ganzen Tag Arbeit haben bis auf’d Nacht und dann die Arbeit bis auf’d Mitternacht noch hier zusammenreißen, das aller Notwendigste.  Des geht auf Dauer nicht.“

Stilles Tal, steile Hänge, schroffe Gipfel

2 Gedanken zu „Finale, Fernsicht, Fantasie“

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