Das Beste, was der Mensch hat

Wasser schärft die Sinne, ist sinnlich und der beste Freund

Ich schalte ab, höre das Gurgeln im Schwimmbecken, rieche die leichte Modrigkeit des Sees, schmecke das Salz im Meer, sehe die Fische im Tümpel und spüre die belebende Frische des Wassers. Ich tanke auf, schöpfe Kraft, Zuversicht, Mut, sortiere Gedanken, entwerfe Pläne, habe Ideen und bearbeite Trauer, Wut und Ratlosigkeit. Der deutsche Aphoristiker Georg Christoph Lichtenberg brachte es schon im 18. Jahrhundert auf den Punkt: „Es ist wohl ausgemacht, dass nächst dem Wasser das Leben das Beste ist, was der Mensch hat.“

Schwimmen ist wie Fliegen ein Akt der Befreiung

Wasser ist für mich nicht nur sinnlich, es schärft die Sinne. Wasser entspannt mich, es killt jeden Stress, Wasser belebt mich, es steigert mein Wohlbefinden. Wasser ist ein treuer Freund, dem ich alles anvertrauen kann, was mich belastet, bedrückt oder irgendwie beschäftigt. Niemals muss ich Verrat befürchten. Das Wasser hört zu, schluckt es und gibt es niemals preis. Selbstlos. Noch nie hat mich Wasser nach einer Gegenleistung gefragt. Es akzeptiert mich, so wie ich bin, mit allen Ecken und Kanten.

Nein, nicht verschwommen, nach dem Schwimmen sehe ich Vieles klarer

Vielleicht liegt es daran, dass ich nach dem Knie-Malheur so rasch wieder auf die Beine gekommen bin. Jedenfalls glaube ich das ganz fest. Dem Orthopäden habe ich das neulich auch erzählt. Er schaute mich an und schmunzelte: „Glaube versetzt Berge.“ Ich nickte und antwortete: „Genau, in die Berge gehe ich auch bald wieder. Da fühle ich mich ähnlich gut aufgehoben wie im Wasser.“

Wie geht es Euch im Wasser, was bedeutet das nasse Element für Euch? Seelenbalsam, Hassliebe, Medium, Lebensmittel, Liebe, Leidenschaft?

2 Gedanken zu „Das Beste, was der Mensch hat“

  1. Was für eine wunderbare Betrachtung über das Wesen des Wassers. Dem kann ich mich voll und ganz anschließen.
    Ich bin auch ein ausgesprochener Wassermann, und das meine ich nicht astrologisch (obwohl das auch zutrifft). Ohne regelmäßigen Kontakt zu Wasser, ohne Wasser um mich werde ich schnell knatschig.
    Es kann einem so viel geben, wenn man es mit Respekt behandelt. Oder mit Liebe.

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