Das Unmögliche möglich machen

Sich mit Messner über Grenzen zu unterhalten, ist nicht nur spannend. Vielmehr ist es erhellend, hilfreich, einordnend. Und auf eine ganz bestimmte Art ist es auch philosophisch. Vor allem, wenn er über seine eigenen Grenzen spricht, die er über viele Jahre für sich kennengelernt hat.

Nein, als er vor 40 Jahren mit Peter Habeler auf den Mount Everest stieg, „war ich nicht an meiner Grenze“, sagt Messner in der Rückschau. Obwohl Ärzte und Wissenschaftler gewarnt hatten. „Sie erklärten unser Vorhaben für verrückt. Wir waren einfach frech“, erzählt Habeler später in seinem Buch Das Ziel ist der Gipfel.

Nepal, Tibet, Himalaya. Hier leigt der Everest und zieht Menschen magisch an

Mediziner erklärten, ein Mensch könne in dieser Höhe nicht ohne künstlichen Sauerstoff überleben, ohne Schaden zu nehmen. Messner sagt heute: „Einige Kritiker sagen ja, mein Gehirn habe damals gelitten.“ Aber bis heute erfreuen sich Messner und Habeler bester Gesundheit.

Messner ist ein Kind der Berge. Er verdankt ihnen viel

Okay. Ein bisschen ruhiger sind beide schon geworden. Messner reizt es nicht mehr auf den höchsten Berg der Erde zu kraxeln. „Natürlich könnte ich noch auf den Everest steigen – über eine Piste, die inzwischen präpariert wird, mit Sauerstoffgerät und Ärzten, die mich betreuen. Aber das wäre mir peinlich.“ Es wäre eben kein Abenteuer mehr. Genau das war es, was Messner in seinem Leben immer wieder suchte. Auch gegen Widerstände aller Art. „Im Prinzip waren alle jene Kritiker, die sagten, das sei unmöglich, mein ganz spezieller Antrieb. Ihnen habe ich viel zu verdanken.

Warum hat er all das gemacht? „Bestimmt nicht, um ein Held sein. Und schon gar nicht um jeden Preis. Mit Begriffen wie Bezwinger, Eroberer oder Berg heil kann er nichts anfangen. „Das wirst du in meinen Büchern und Artikeln nicht finden.“

Lieber verwendet Messner den tibetischen Ausdruck „Kalipe – immer ruhigen Fußes.“ Das sagt der Mann, der alle 14 Achttausender bestiegen hat, so schnell und mit so wenig Ausrüstung wie keiner vor ihm.

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