Das „Contrablem“ vom Wurmberg

Er führt ein Schattendasein, obwohl das in diesen mit Sonne gefluteten Tagen kaum zu gehen scheint. Der Wurmberg. Mit 971 Metern über dem Meer fehlen ihm keine 30 Meter bis zur 1.000er-Marke. Immerhin ist er Niedersachsens höchste natürliche Erhebung und die fünfthöchste Kuppe im Harz. Nur Brocken, Heinrichshöhe, Königsberg und Kleiner Brocken ragen ein paar Meter mehr in den Himmel. Aber die stehen alle beim Nachbarn, in Sachsen-Anhalt. Also hinauf zum Wurmberg, dem Dach Niedersachsens.

Selten war es schon früh morgens so warm wie heute. Wir, meine Lebenspartnerin Christine und ich, starten in Schierke. In jenem etwa 700 Einwohner zählenden Dorf im Hochharz. Es gehört zur „bunten Fachwerkstadt“ Wernigerode. Von dort sind wir gestern gekommen.

Mit der alten Brockenbahn. Dampfend, schnaubend, ratternd durch den Wald in die Höhe, bis auf etwa 650 Meter, bis nach Schierke. Seit 1898 macht die Schmalspurbahn hier Halt. Doch die Geschichte des Ortes ist deutlich älter. Im 16. Jahrhundert wird ein Sägewerk urkundlich erwähnt. Der Name geht auf das „schiere“, also auf das blanke Holz zurück, das es hier in Hülle und Fülle gibt. Die kalte Bode rauscht durch den langgestreckten Ort. Wir überqueren den Bach um kurz nach neun Uhr.

„Puh, das wird `ne heiße Nummer heute“, seufzt Christine kaum hörbar. Und ich wische mir die ersten Schweißperlen von der Stirn. Die Sonne brennt bereits mit fast ungebremster Kraft auf unsere Mützen.

Durch kühlen Wald, vorbei an bizarren Klippen

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