Das „Contrablem“ vom Wurmberg

Eine Stunde sind wir unterwegs, als wir auf ein weiteres Kapitel der Geschichte stoßen.

Die alten Kolonnenwege sind schaurig schön

Es ist noch nicht einmal 30 Jahre her, da war hier Schluss, befand sich das gefühlte Ende der Welt: die deutsch-deutsche Grenze. Platten- und Kolonnenwege sind heute stumme Zeugen jener gruseligen Zeit. „Was meinst du?“, fragt mich Christine. „Was würden die Betonplatten wohl ausplaudern, könnten sie erzählen?“ Ich zucke mit den Schultern. „Bestimmt nicht viel Schönes, eher von Fluchtversuchen, unglücklichen Grenzsoldaten, großen Ängsten und von noch größerem Leid.“

Das Tagpfauenauge nutzt das Grüne Band. Der Schmetterling war immer frei

Uns ist mulmig. Wir gehen ein paar hundert Meter auf dem befestigten Weg. Rechts davon sehen wir relativ junge Bäume. Maximal 29 Jahre alt. Als es noch die beiden Deutschlands gab, existierten diese Bäume jedenfalls noch nicht. Jetzt sind sie ein Symbol: für das Vergängliche und das Leben zugleich. Das „Grüne Band“ nennt sich dieser Streifen, der sich etwa 1.400 Kilometer vom ehemaligen Dreiländereck, DDR, BRD, CSSR bis zur Ostsee zieht.

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