Die Geschichte vom Frühlingsgespür

Das Frühlingsgespür: Es grünt so grün!

Mit einem Stirnrunzeln schaute sich der alte Josef das Schauspiel an. Es belustigte ihn ein bisschen, denn das Getänzel der Krähe schienen überhaupt keinen Eindruck auf den stolzen Habicht zu machen, ja sie wirkten hilflos!

Josef war so versunken in seine Beobachtungen, dass er gar nicht gemerkt hatte, dass sich ein Paar zu ihm auf die Bank gesetzt hatte. Der alte Mann kannte die Frau und den Mann, die nun neben ihm saßen, nicht. Sie mussten aus der nahe gelegenen Stadt sein.

Im Frühjahr kommen schon die ersten Schmetterlinge

Josef begann in seinen Erinnerungen zu kramen, als er die beiden dort so sitzen sah. Denn der betagte Bauer war auch einmal verheiratet, hatte Schmetterlinge im Bauch. Das war schon viele Jahre her. Und Josef wurde etwas traurig. Nicht, dass seine Frau gestorben wäre, sie hatte einen anderen Mann kennen gelernt: einen reichen, einen aus der Stadt, der dafür bekannt war, dass er neben dem vielen Geld, das er besaß, vor allem zweierlei war: Stolz und gleichgültig! Dieser Hartwig hatte stets nur sich im Blick, seinen Vorteil, Menschen waren ihm im Prinzip egal, außer, sie konnten ihm hilfreich sein bei seinen Unternehmungen. Und so war es dann auch mit Josefs früherer Frau Kreszentia gewesen. Sie war eine sehr hübsche, bescheidene und quirlige Frau mit strahlenden grün-grauen Augen, schwarzen Haaren und einem Hang für alles Große, Starke, Elegante, Extravagante. Kreszentia war also eine schöne Frau, die es verstand sich zurecht zu machen und jedem Mann eine besondere Begleitung zu sein. Das hatte Hartwig vor vielen Jahren auch erkannt.

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