„Ditte is ja bekloppt, wa!“

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Es geht weiter. Eine etwas steilere Rampe bringt uns auf eine neue Höhe, eine Art Bergkamm und einen breiten Forstweg. Wir passieren einen Funkturm. Danach geht es leicht hinab zu einem Wegweiser. Endlich Gewissheit: Der eingeschlagene Weg ist der richtige. Ein Pfeil weist den Pfad zum höchstem natürlichen Berg Berlins. Erstmals weicht meine Skepsis, es keimt Freude auf. Diebische Freude.

Nun geht alles ganz schnell. Noch ein paar Meter steilen Anstiegs und wir betreten das Lager II. Andere Bergsteiger haben hier ihre notdürftig aus Ästen und Zweigen errichteten Biwaks zurückgelassen. Wir machen eine kurze Rast.

Wir marschieren durch. Ein Biwak erscheint unnötig

Christine inspiziert den Platz gewissenhaft und bricht kurze Zeit später in Freudentränen aus.

Ja, ja, ja. Da isses…

Denn in nur wenigen Metern Entfernung lugt das Gipfelkreuz durch die Bäume. In glänzend kastanienbraunem Holz gehalten, steht es einfach nur da. Unspektakulär und doch erhaben. Ein Mahnmal, das uns zeigt, wie klein wir Menschen sind. Zwischen 1,60m und 1,68m. Angesichts dieser wunderbar großen Natur ein NICHTS.

 

Verschlüsselte Botschaft oder einfach nur Müll?

Am Fuße des Kreuzes liegt ein gelber Kugelschreiber und ein ausgebeulter Topf aus Aluminium. Stammen diese Utensilien von unseren Vorgängern am Gipfel? Welche Botschaft wollten sie uns damit mitteilen? Wir werden es wohl nie erfahren. Rätselhaft auch die Frage, warum gehen Menschen hierher?

Man hat keine Aussicht. Alles voller Bäume und Büsche. Der Große Müggelberg ist mit seinen 114,7 Metern kein Gipfel für große Panoramen. Eher einer zum Innehalten. Einer zum Nachdenken. Ein Berg, der Freude schenkt. „Ein Spaß für die ganze Familie“, wie es in der Werbung heißt.

Ganz im Ernst: Der Große Müggelberg ist ein Gipfel der Freude

Aber er ist bestimmt keine Lachnummer. Das ist mein voller Ernst. Dazu liegt er einfach zu idyllisch. Eingebettet von herrlichem Mischwald und dem Müggelsee.

Der Blick auf Berlin. Allerdings nicht vom Großen Müggelberg aus. Von dort ist die Sicht verwehrt. Man muss schon ein paar Schritte gehen.

Am östlichen Rand von Berlin, das so wuchtig ist und wo alles eine Nummer größer zu sein scheint als anderswo. Lediglich bei den höchsten natürlichen Erhebungen schießt Berlin nicht den Vogel ab. Selbst als Schlusslicht kann die Hauptstadt in dieser Wertung nicht herhalten. Denn der niedrigste höchste Berg der Bundesländer steht in Bremen. Mit 32,5m. Aber das ist eine andere Geschichte.  Sie erzähle ich ein anderes Mal. Jetzt muss ich erstmal zum Abkühlen in den Müggelsee!

 

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