Ein Novembertag

Der Sommer war in diesem Jahr der Hammer. Fand ich. So viel Sonne, Wärme, Licht – ja auch Hitze und Trockenheit. Jetzt, im November, sind die Tage wieder kürzer, kälter und fast konturlos. Nebelschwaden wabern umher und hüllen die Landschaft in eine besondere Stimmung. Die Blätter fallen von den Ästen der Bäume, das Licht ist diffus und erinnert an Momente der Melancholie. „Ein Novembertag“ bietet Zeit zum Nachdenken.

Wenn die Blätter fallen, ist November

Ein Novembertag

Geflecht aus Ästen
Wenig Blätter, kaum noch Farben
Fahl und dunkel wogt das Netz
Strammer Wind aus Westen
Vorm Horizont aus Grau
Kalt und rau

Schwarzer Vogel fliegt vorüber
Lautlos in der Luft
Auf der Straße Lärm und Rauschen
Ohne Ruhe, keine Rast
Unerträglich scheint die Last

Schwere liegt auf Deinen Schultern
Trauer, Leere, Schmerz
Hiebe, Stiche plagen
Tausendfach und immer wieder
Stumpf sind Kopf und Glieder

Gedanken flechten Knoten
Krise, Wirrnis, Kreise,
Wund die Seele
Taube Arme, tote Beine
Es gibt auch Hoffnungskeime

Geflecht aus Ästen
Wenig Blätter, kaum noch Farben
Baum, Du lässt Dich wiegen
Mit dem Netz aus Zweigen                                                                               Kannst nur schweigen

Wenn die Konturen verschwimmen, ist November

 

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