Es muss nicht der Everest sein

Wie aus dem Nichts taucht der Gipfel auf

Nun geht alles ganz schnell. Ein leichtes Auf und Ab durch den Wald und zuletzt ein etwas steilerer Aufschwung. Wir stehen auf Hamburgs höchstem Berg. Mitten im Wald. Fernsicht? Auf dem Hasselbrack Fehlanzeige. Stattdessen gähnen links und rechts Gräben in die Tiefe, stehen Fichten um das kleine Gipfelplateau herum.  In den Senken dümpeln Pfützen. Ein Hinweis auf die Namensherkunft. Hassel bedeutet im Niederdeutschen soviel wie sumpfige Niederung. Und Brack ist ein ein kleiner See. Kann aber auch sein, dass die Bezeichnung auf Haselsträucher zurückgeht, die  an einem der Tümpel stehen.

Die Fischbeker Heide hat auch sumpfige Abschnitte

Frank und ich grinsen. „Okay. Das also ist Hamburgs Everest“, flüstert mein Kumpel belustigt. „Ist doch mal was anderes, findest Du nicht?“, frage ich. „Auf jeden Fall“, pflichtet mir Fränky bei.

Hamburgs Höchster. Der Hasselbrack, 116m ü.N.N.

Vielleicht ist der Gipfelsturm Auftakt für eine neue Leidenschaft? „Naja“, findet der großgewachsene Mann, „bisher war ja eher das Schwimmbad mein Revier. Aber wer weiß?“

Franks Gipfelsturm auf das Dach der Hansestadt

Während er das sagt, öffne ich die Alu-Schatulle am Boden. Dort finde ich das Gipfelbuch. Jede Bergspitze, die etwas auf sich hält, hält ein Gipfelbuch parat. Die letzten Einträge liegen noch gar nicht lang zurück.

Auch ich trage uns ein. Dann gibt es Apfelschorle und Rosinenschnecke. Eine Stärkung für den laaangen Abstieg ins Fischbektal.

Hinunter in die norddeutsche Tiefebene, so ganz ohne Berge

Und schon schmiede ich wieder Pläne. Der Hasselbrack war nur der Beginn einer ganzen Reihe. In den nächsten Wochen und Monaten möchte ich alle 16 Bundesländer besuchen und dort auf die jeweils höchste natürliche Erhebung kraxeln. Frank schaut mich von der Seite an. „Aber sonst ist schon alles okay bei dir?“ „Ja klar!“. Etwa 100 Kilometer nordöstlich wartet das nächste Ziel. Der Bungsberg. Schleswig-Holsteins höchster Berg mit knapp 170m über N.N. Ich spitze die Ohren. Der Wind säuselt leicht und mir ist als hörte ich ein „Willkommen in der Holsteinischen Schweiz!

Ein Gedanke zu „Es muss nicht der Everest sein“

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