In „alter“ Frische

Dunkelblau mit schwarzer Bergsilhouette

Drei Stunden später. Die Sonne ist längst verschwunden. Der Mond steht am milchig-tiefblauen Himmel. Im Achensee ankert ein weißes Segelboot. Das Licht der Leuchtreklame des Hotels vermischt sich mit dem silbrigen Schein des Mondes. Das wirkt unwirklich, aber  wunderschön. Kein Wind. Nur das schmatzende Geräusch der Badeschlappen ist zu hören und das leise Blubbern des Sees. Fünf in Bademäntel gehüllte Gestalten schlurfen zum Badesteg und staunen tuschelnd. Wow. Wir legen die Frottee-Nerze ab, ziehen die Bademützen über den Kopf, knipsen die Stirnlampen an und packen sie in die wasserdichten Sicherheitsbojen. Sie leuchten wie Lampions am Sankt-Martinstag.

Ist schon wieder Sankt Martin? Bloß nicht verschwimmen!

Ich fange an zu singen: „Ich schwimme mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir. Da oben leuchten die Sterne (das tun sie wirklich), da unten leuchten wir… .“ Die Gruppe lacht und watet in den See. Wir schwimmen, das Panorama verschwimmt, das Mondlicht und das glitzernde Wasser umschließen uns. Märchenhaft. Ein Geschenk. Kein Gestern, kein Morgen, nur JETZT. Dieser Augenblick zählt.

Wirklich unwirklich: das Jetzt!!!

Ich fühle mich stark, kräftig, lebendig. Ja, glücklich. Mir ist warm ums Herz. Obwohl das Wasser noch einmal abgekühlt hat. „Ein halbes Grad weniger“, klärt uns Wandi auf. „Jetzt sind wir bei sechs Grad flach, am Nachmittag waren es noch 6,7.“ Na und? Achselzucken. Wenn kümmert das? Angesichts dieser Szenerie. Weder Mozart, noch Beethoven könnten das besser komponieren. Der See, die Berge, die Natur – sie sind ein Gesamtkunstwerk. Eine Mondschein-„Schwimmphonie“ und kein Traum. Wir sind hellwach.

 

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