Aus tiefster Überzeugung

Mama Marlies will ihre Zufriedenheit über die beiden Buben nicht verhehlen

„Die Lehrinnen und Lehrer in der Schule sind immer wieder erstaunt, wie selbstständig Valentin und Jakob sind“, berichtet Marlies Pötscher. In ihrer Stimme schwingt Zufriedenheit und sicher auch ein Portiönchen Stolz mit. Oder ist es Glück? Die Bio-Bäuerin lächelt und schweigt. Dann schaut sie aus dem Küchenfenster.

Die Schule ist aus. Valentin biegt um die Ecke. Kurz sagt er höflich „grias aich“, schnappt sich einen Apfel aus dem Korb in der Lab’n, tappt in sein Zimmer und erscheint wenig später an der hinteren Haustür. Mit seiner Ziehharmonika. Seit einem guten Jahr spielt der Junior das Instrument, das zu den Bergen gehört wie die Kuhglocken auf den Almen. „Ich mag die laute Musik“, grinst der junge Mann und spielt. Mit Herz und Gefühl.

Die Scheune ist schon gut mit Heu gefüllt

Gemeinsam mit Marlies gehen wir anschließend zum Stall und zur Scheune. Der Stall ist leer. Kühe und Kälbchen sind draußen. Erst im Spätherbst kommen sie wieder auf den Hof. Laut Marlies freuen sich die Tiere dann auf ihr Zuhause. „Die mögen es auch lieber warm und trocken als kalt und nass.“ In der Scheune duftet es nach Sommer. Nach Kräutern. Nach Heu. In diesem Jahr sind die Ernten ertragreich ausgefallen. Gut für den Winter. Denn das Heu ist wertvolles Futter für die Tiere, damit sie weiter brav ihre Heumilch geben. „Alles andere wäre echt Käse“, scherzt die Bäuerin.

„Mir ist nicht bange um die Zukunft“

Das ist aber auch schon einer der wenigen Blicke in die Zukunft, die sich Marlies erlaubt. „Man kann eh nicht alles planen.“ Die Biobäuerin ist aber optimistisch. Vieles wird sich einfach so ergeben, ist sie überzeugt und denkt kurz nach. Nach einer Weile bricht sie ihr Schweigen. „Wenn ich hier auf dem Hof nicht mehr so gebraucht werde, dann gehe ich wieder auf Reisen. Mit einem alten Bus oder so.“ Es lebe die Neugier.

„Ich freue mich auf das, was kommt“

Vorerst gibt es auf dem Bartlbauerhof aber noch jede Menge zu tun. Langeweile kennt Marlies nicht. Wenn es dann doch wieder einmal zu viel sein sollte, verzagt sie nicht. Lieber legt sich die tüchtige Frau in den Liegestuhl hinter dem hübschen alten Bauernhof, nippt an ihrem Kaffee, schaut in den Garten, hört den Hühnern beim Gackern zu und liest ein gutes Buch. Oder sie geht auf den Berg, auf den Mirnock. „Das mache ich viel zu selten.“

Ruheplatz mit Ausblick

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.