Milch statt Munition

Alles andere als wirklich einladend? Doch, irgendwie schon…

Ungemütlich trifft es nicht. Strammer Wind bläst mir um die Ohren. Dunkelgraue Wolken ziehen rasch von West nach Ost. Sie kratzen an den Spitzen der Loferer Steinberge. Noch regnet es nicht. Das könnte aber jede Minute geschehen. Ich stehe mitten in den Bergen, die seit Jahr Million nichts anderes kennen. Wind, Wasser, Wetter. Ungerührt.

Kastanienblätter liefern ein nur fades Farbspiel

Die Natur nimmt es, wie es kommt. Keine Klage, keine Beschwerde. Still. Stumm. Stoisch. Wir Menschen neigen dagegen dazu, nur bei schönem Wetter an die frische Luft zu gehen. Wenn die Sonne scheint, Wärme uns umschmeichelt, das Licht die Welt in ein für uns freundlicheres Antlitz taucht. Es scheint, als hätten wir es ein Stück weit verlernt, dem Wetter – egal wie es daherkommt – immer auch etwas Positives abzugewinnen. In Norddeutschland – und wohl nicht nur dort – heißt es: „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Klamotten.“ Stimmt das? Oder ist das auch nur eine dieser Durchhalteparolen? Wenn wie jetzt, im aufziehenden Herbst, der Wind das Meer aufpeitscht, der Regen waagerecht an die Fenster klatscht, der erste Schnee fällt oder hagelt.

Oder gibt es doch einen wahren Kern in dieser norddeutsch-globalen Weisheit? Vielleicht den, dass wir in unserer ach so bequemen Zivilisation doch auch ein bisschen verweichlicht sind.

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