Mit dem Mut, der alles verzaubert

Anke Tinnefeld lacht gerne. Nicht schrill, eher leise, nach innen gekehrt. Kaum jemand weiß,  dass sie Dinge macht, wo andere längst aufgegeben hätten. Sie liebt das Schwimmen. Gerne über lange Strecken, über sehr lange Strecken. So wie vergangenes Jahr, als Anke Tinnefeld als erste deutsche Frau die britische Insel Jersey schwimmend umrundete. 72 Kilometer in 12 Stunden. Und in ein paar Tagen möchte sie über den „Mount Everest“ für kraulende Langstreckler schwimmen, durch den Ärmelkanal von Dover nach Calais. Ein Klassiker.

Schwimmen macht glücklich

Wir sind beim griechischen Gott des Meeres verabredet. Im Schwimmbad des SV Poseidon in Hamburg. Anke Tinnefeld aus Elmshorn und ich. Beim Triathlontraining lernten wir uns vor etlichen Jahren kennen. Dann zog ich nach Hamburg und wir verloren uns aus den Augen. Vergangenes Jahr trafen wir uns per Zufall im Poseidonbad wieder. Damals hatte Anke die Jersey-Umrundung gerade erfolgreich hinter sich gebracht. „Das war so ein cooles Erlebnis“, strahlte sie.

Rund um Jersey sind es gut 72 Kilometer

Was ich 2017 nicht wusste: Längst hatte Anke ein neues Ziel vor Augen. „Wenn ich Jersey im Ärmelkanal umrunden kann, dann sollte ich doch auch von Dover nach Calais schwimmen können“, ließ mich die 44-Jährige ein wenig später wissen. Aber warum? „Weil es Spaß macht.“

Jetzt haben wir Sommer 2018. Anke Tinnefeld ist auf gutem Weg, ihr Vorhaben in die Tat umzusetzen. „Ich habe eine Starterlaubnis für den Kanal bekommen. Vom 20. bis zum 27. Juli erhalte ich die Chance, von England nach Frankreich zu schwimmen.“

Schwimmen kann eine einsame Angelegenheit werden

Doch die Vorbereitung, zumal die in der letzten Phase, verlief alles andere als optimal. Erst ein Hexenschuss, dann eine fette Erkältung. „Aber jetzt“, sagt Anke Tinnfeld, „denke ich darüber nicht mehr nach. Was zählt ist, dass ich Ende Juli auf der geschichtsträchtigen Strecke von Dover nach Calais schwimme.“

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