Mit dem Mut, der alles verzaubert

Legendär ist das Channel-Schwimmen auf jeden Fall. 1875 gelang die Querung erstmals. Der englische Kapitän Matthew Webb benötigte mit seiner roten Badehose knapp 22 Stunden. Im Bruststil, das Kraulen war noch nicht erfunden. Allerdings hatte der 27-Jährige damals die Strömungen unterschätzt. Statt der vorgesehenen rund 34 Kilometer wuchtete sich der ehrgeizige Mann mehr als 70 Kilometer durch das 15 Grad kalte Wasser. Gut 50 Jahre später durchschwamm die Amerikanerin Gertrude Ederle als erste Frau den Ärmelkanal in 14einhalb Stunden. 1926 (!) war das.

Kraulend auf Ederles legendären Spuren

Nun krault Anke Tinnefeld aus Elmshorn auf Ederles Spuren. Die Vorbereitung läuft. „Gestern war ich mit einer Freundin an der Ostsee in der Lübecker Bucht“, erzählt die Steuerfachangestellte. „Acht Stunden schwimmen im Meer. 18 Grad. Das Wasser war mir fast zu warm.“ Das mit der Kälte sei eh eher Kopfsache.

Nach der Achtstunden-Einheit ist für Anke Tinnefeld heute Regeneration angesagt. „Ich bin ein bisschen steif.“ Wir schwimmen parallel eine gute halbe Stunde. Anke macht viele technische Übungen, mal mit Flossen, mal ohne, mal Kraul, mal Rücken. Buntes Programm. Entspannt. So wie die Sportlerin auch auf andere wirkt: ruhig, relaxed, zufrieden, freundlich, humorvoll.

Ganz entspannt. Buntes Programm im Wasser

Ehrgeiz und Härte blitzen nur gelegentlich durch. Wenn man sie beispielweise fragt, ob sie einen Dickkopf habe: „Ja klar. Ohne den und einen starken Willen kannst du so etwas nicht machen. Gerade wenn es mal nicht so toll läuft.“

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