Mit dem Teufel im Bunde

Wiese, Weide, Wand…

Gerade habe ich Weddersleben verlassen. Nur wenige hundert Meter entfernt ragt die Teufelsmauer gut sichtbar auf. Ihre Türmchen, Zacken, Zinnen und Nadeln kratzen am wolkenlosen Himmel. Niemand außer mir scheint hier unterwegs zu sein. Ein Schluck aus der Wasserflasche und weiter geht’s. Zum Königstein. Unterhalb der Felsen bringt mich ein Trampelpfad zum Einstieg. Bis auf eine Höhe von 185 Meter über dem Meer hat sich diese von Wind und Wetter gezeichnete Formation aufgetürmt. Oder besser – erhalten.

Oder hatte doch der Teufel seine Finger im Spiel?

„Damals, als er sich mit dem lieben Gott eigentlich schon bei der Aufteilung der Welt einig war. Eigentlich: Denn dann bekommt der Teufel den Hals nicht voll genug, beansprucht noch mehr Land. Der Allmächtige gewährt ihm dies. Und der Leibhaftige errichtet zum Dank die Mauer als Grenze. Hier Böse, dort Gut. Alles eine Frage der Perspektive.“

Und ich steige gerade ein in diese Wand, die vieles ist. Aber sicher nicht schwarz oder weiß. Eher bunt. Facettenreich. Inspirierend. Einfach da!

Der König vom Königstein

Der Königstein zählt zu den imposantesten Teilabschnitten der Teufelsmauer. Der Name hat allerdings weniger mit einem Herrscher zu tun, als vielmehr mit einem „Kehnstein“. Das wiederum bedeutet so viel wie Verkündigungsstein. Schroff und zackig bilden die Felsen eine Art Kamm. Adler, Mönch, Teufel, Westturm, Großmutter oder lange Wand heißen die Türmchen und steinernen Gebilde. Klettern verboten. Das ist Naturschutzgebiet hier. Schließlich sorgen Regen, Wind, Sonne und Kälte schon für genügend Erosion an diesem „nationalen Geotop“.

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