Nach der Reise ist vor der Reise

Den Moment erleben, das Jetzt.

Das zu sehen und zu spüren, inspiriert mich. Oft versuche ich, diese Erkenntnis in mein Leben einzubauen. Das gelingt allerdings – ich möchte ehrlich sein – nicht immer. Eher selten. Woran das liegt? Das ist die Frage, die mich nach langen Reisen oft länger beschäftigt als das Unterwegssein war. Sind es die jahrelang einstudierten Gewohnheiten, die sich auf irgendeine Art und Weise ja auch bewährt haben? Pflichtbewusstsein? Fehlender Mut? Oder einfach nur Bequemlichkeit?

Der Blick über den Tellerrand. Ein Mittel gegen Bequemlichkeit?

Vermutlich eine Mischung aus all diesen Umständen. Die Macht der Gewohnheit ist eine Fessel. Auf Reisen gelingt es mir – vielleicht auch erzwungenermaßen – mich davon zu befreien. Aber kaum bin ich wieder im gewohnten Umfeld, schnürt mich das Alte (das, was ich kenne) wieder ein. Mal fester, mal lockerer. Ich erlebe das immer wieder auch so, als verlöre ich ein Stück Freiheit. Mir diese Ungebundenheit wieder zu holen, braucht Zeit. Oft viel länger, als es mir lieb ist.

Freier Blick, freie Sicht – Freiheit!

Auch weil die Pflicht ruft. Die Arbeit, Familie, Freunde, Einkaufen, Termine. Während ich auf Reisen doch (so sehe ich das zumindest) eher selbstbestimmt entscheide, was ich tun möchte, sind es daheim oft die äußeren Umstände, die meinen Tagesrhythmus zumindest mitbestimmen und prägen. Mich dem zu entziehen, also selber bestimmen, was ich mache und was nicht, fällt mir schwer. Ich möchte ja niemanden verletzen, zurückweisen oder gar verärgern. Aus Angst, nicht mehr gemocht zu werden, als Egoist dazustehen, als komischer Kauz, der immer seine eigene Suppe köchelt.

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