Niemand kommt ungeschoren davon

Sepp Schett hat eine innige Beziehung zu seinen Tieren

Für Josef „Sepp“ Schett ein wertvoller Rohstoff. In seinem Betrieb Villgrater Natur verarbeitet der Familienvater auch als Unternehmer seit 1986 alles, was Schafe hergeben: Fleisch, Milch und natürlich Wolle. Heute sind Villgrater Matratzen und Dämmmaterial für die Haus-Isolierung europa- und weltweit gefragte Artikel.

Inzwischen beschäftigt Schett 15 Mitarbeiter in seiner Firma. Und die verarbeiten ein Drittel der komplett in Österreich geschorenen Wolle. Für Sepp Schett sind Schafe aber mehr als nur Rohstoff-Lieferant. „Die Menschheit ist mit Schafen schon durch die Eiszeit gekommen, jetzt besinnen wir uns auf diese Qualitäten.“

Braune Wolle vom braunen Bergschaf

Er sei verliebt in diese Tiere, schmunzelt der Schafbauer. Vor allem das braune Bergschaf hat es ihm angetan. Fast wäre diese Art ausgestorben. Durch gezielte Nachzucht gibt es sie aber noch. „Weltweit vielleicht 1.500 Tiere.“ Schon als kleiner Junge hatte Schett eine besondere Beziehung zu Schafen.

Manch Schilling klingelte in der Hosentasche. Fast ein Glockenspiel.

Jingle Bells im Frühling?

Im Hintergrund hat Josef Gietl die ersten acht Tiere schon geschoren. Er atmet tief. Die Arbeit ist anstrengend. Schafen wiegen zwischen 50 und 150 Kilogramm. „Über den Tag verteilt“, sagt der Scherenmann, „kommt da schon eine ganze Menge zusammen.“ Bei 100 Tieren sind das etwa sieben Tonnen, die er umherwuchtet. Noch machen die Bandscheiben das mit. „Alles eine Frage der Technik.“ Heute verlieren etwa 60 Schafe ihre Wolle.

Schafe scheren ist immer noch harte Handarbeit

„Früher hat man das alles mit der Hand gemacht, so ganz ohne Maschine“, wirft Günther Fürhapter ein. „Da war das schon eine Schinderei.“ Auch er hat eine lange Beziehung zu den Schafen. Mit fünf Jahren hat Günther beim Großvater auf der Alm auf die Tiere aufgepasst. Das macht er bis heute mit großer Freude. So wie Josef Gietl und Sepp Schett auch. Egal ob es weiße, braune oder gelegentlich auch schwarze Schafe sind, die sie hüten. „Denn auch die sind liebenswürdige Tiere“, lacht Schett und fügt hinzu: „Auch die schwarzen Schafe kommen heute nicht ungeschoren davon.“

Heute kommt niemand ungeschoren davon

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