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Knochentrocken: Da hilft nur ein kühles Bad

Auf dem Rückweg schlendern wir an der Motocross-Strecke vorbei. Dort, wo an Renntagen Motorräder oder Ralley-Autos um die Wette heizen. Dann liegt hier ein Geruch von Benzin und Abgasen in der Luft. Heute ist es nur warm. Und ein bisschen stickig.

Heute kein Gedröhne und Gestank. Ruhetag offenbar

Als wir Ortrand erreichen, kommen wir mit einem Mann ins Gespräch, der vor seinem Haus fegt. „Wo geht es bitte zum…?“, möchte ich wissen. „Hier hinunter, dann in die Ortsmitte, unter der Bahnstrecke hindurch. Dann ist es ausgeschildert. Die Anlage liegt etwas außerhalb.“ Wir passieren einen bunten Gartenzaun. Aus übergroßen Buntstiften. Ich scherze. „Das ist wohl eine Ortrander Stiftung.“

„Stiftung“ oder Kita? Letzeres

Christine lacht: „Du Kindskopf.“ Tatsächlich handelt es sich um eine Kindertagesstätte, die mit dem Zaun im Stiftdesign dem ganzen Straßenzug einen bunten Tupfer verleiht. „Coole Idee“, finden Christine und ich. Apropos cool. Nach einem weiteren kleinen Fußmarsch erreichen wir unser Ziel. „Das ist ja ein Freibad“, stellt Christine erstaunt fest. „Ich dachte mir, dass das bei der Hitze genau das Richtige ist“, grinse ich. Viel ist trotz des tollen Wetters nicht los. Auch gut. An der Eingangstür lesen wir, dass das Bad durch eine Bürgerinitiative vor dem Verfall gerettet und wieder in Betrieb genommen wurde. Eine Zeit lang war die Anlage dicht, weil die Stadt kein Geld mehr übrig hatte. Nun kümmern sich engagierte Bürger um das Bad.

Ein schönes Freibad. Schwimmer, was willste mehr?

„Das machen sie aber toll“, findet Christine. Wir lösen zwei Tickets zu je drei Euro und stürzen uns in die Fluten. Planschen, schwimmen, rutschen, tauchen, sonnen auf den Liegeflächen. Alles inklusive. Die Aufsicht führt die DLRG. Ehrenamtlich. Ursprünglich wurde das Bad 1926 eröffnet, 2014 vorerst geschlossen. Im Mai 2019 ging es nach fünfjähriger Pause wieder in Betrieb. Es hat ein 25m-Becken, ist von Mai bis September offen und wird eben von einem Verein, der WSG Niederlausitz, gemanagt. Mit dem Ziel, es irgendwann als Naturbad zu betreiben. Finanziert wird die Anlage durch Eintrittsgelder, Sponsoren, Spenden, auch durch

Das Leben ist nicht immer ein Zuckerschlecken. Eis tut es auch

öffentliche Finanzmittel und – ganz wichtig – aus Einnahmen des angeschlossenen Kiosks. Dort bekommt der Gast von Pommes mit Currywurst, über Kaffee und Kuchen bis hin zu Süßigkeiten so ziemlich alles. Christine und ich haben auch zugeschlagen. Waffelbruch, Traubenzuckerstangen (eine rote und eine blaue) und nur für die, die es interessiert: Schoko- und Erdbeereis waren super!

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