Sanft geschwungen, fast lieblich

Einmal drumherum mit allem Drum und Dran

„Verbringe jeden Tag einige Zeit mit Dir selbst.“ (Dalai Lama / Oberhaupt der Tibeter)

Es ist kein Geheimnis. Aber geheimnisvoll ist es schon: Im Wald. Schließlich leben hier Feen, Elfen und natürlich Zwerge. Ob wir sie heute zu sehen oder zu hören bekommen? Vom Parkplatz in Kleindombra oberhalb vom Millstätter See sind es nur einige Schritte bis zum Waldrand. Katharina Gundacker erwartet uns schon. Mit ihr machen wir uns auf den Weg. Unter den Bäumen hindurch, die kühlen Schatten spenden. „Wald ist immer etwas ganz Besonderes“, sagt die junge Frau. „Da findest du Ruhe, obwohl es im Wald nie wirklich still ist.“ Überall krabbelt, kriecht und knaxt etwas.

Wald ist immer etwas Besonderes“

Die Sonne steht schon ein wenig tiefer. Es ist lauschig warm. Ein leichter Wind weht durch die dicht gestaffelten Bäume. Auf dem gut befestigten Waldweg fällt das Gehen leicht. Ja, hier können auch problemlos Kinderwagen rollen. Fahrräder nicht. Die sind hier nicht erlaubt. Wir plaudern mit Katharina über dies und das. Erst ein paar hundert Meter schlendern wir durch das Waldbad. Und doch wartet schon der erste Höhepunkt dieser Runde. Oberhalb des großen Millstätter Sees, der in der Nachmittags-Sonne funkelt und glitzert. Türkis-Blau. Auf dem See zieht ein Ausflugsdampfer einen weißen Schaumkeil ins Wasser. Naturtheater sozusagen. Kein Wunder, dass die Aussichtsplattform den Namen Waldbühne trägt. Der Balkon streckt sich einige Meter in luftiger Höhe in Richtung See. Hier belohnt uns ein Panorama-Blick. Neben uns internationale Gäste aus den USA und Deutschland. Familie Tripp ist begeistert: „Der See ist wundervoll. Und die Aussicht ist toll. Sehr österreichisch“, findet Vater Tripp. Und die Mama ergänzt: „Das Licht, jetzt am Nachmittag, ist so sanft und warm.“

Weit unten ergießt sich der Millstätter See, Kärntens tiefster und wasserreichster. Und nach dem Wörther See der zweitgrößte. Fast 12 Kilometer lang und knapp zwei Kilometer breit. Größere Ortschaften gibt es nur am Nordufer: Seeboden, Millstatt, Döbriach. Der See erinnert an einen norwegischen Fjord. Nur, dass die Berge ringsherum nicht ganz so steil aufragen. Sie sind eher sanft geschwungen, fast lieblich.

Klein aber oho – der Slow Trail am Zwergsee
Fischerhütte am Zwergsee

Zurück im Wald. Keine Viertelstunde später nähern wir uns dem Zwergsee. Dem eigentlichen Ziel des SlowTrails. Etwas verwunschen liegt er zwischen Felsen und Mischwald. Eine kleine Fischerhütte steht am Ufer. Daneben plätschert ein Brunnen. Ein Schlückchen zur Erfrischung:

Moose…

Wir tauchen noch etwas tiefer in den Wald ein. Das Moos leuchtet sattgrün. Es duftet nach Tannenzapfen und -Nadeln. Eine Spinne webt zwischen zwei Ästen gerade ihr Netz. Das Sonnenlicht bricht sich in den engen Maschen. Die Luft flirrt ein wenig und wir baden: Im Wald, zwischen den unzähligen Bäumen. Für Katharina Gundacker ist das Erholung pur. „Waldbaden kommt immer mehr in Mode.“ Ein paar Schritte später stehen wir am zweiten Gewässer der Runde. Genauer gesagt handelt es sich um den Klieberteich, der im Privatbesitz ist. Ein Rückzugsort , ein Platz der Ruhe. – Diese Auszeit gönnen sich die Macher und Verantwortlichen der Slow-Trails am Millstätter See auch gelegentlich. Denn so ein Weg macht Arbeit. Neben der Instandhaltung ist vor allem die Planung eines solchen Trails eine spannende und manchmal aufreibende Phase. Katharina lächelt. „Also arbeitsscheu darfst du nicht sein.“ Vom Klieberteich geht es leicht hinab.

An einer Weide vorbei wieder hinein nach Kleindombra. Nach einer guten Stunde stehen wir wieder am Ausgangspunkt. Das Schnecken-Logo für den Slow Trail rund um den Zwergsee leuchtet in der Abendsonne. Jetzt wäre Katharinas Lieblingszeit für die Runde!  „Wenn die Sonne schon etwas tiefer steht… und man dem weisen Spruch des Dalai Lama folgt…“

„Verbringe jeden Tag einige Zeit mit Dir selbst.“ 

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