Schwaxeln oder Schwixeln?

Immer schön locker bleiben im Meerwasser

Seit etwa 45 Minuten kraule ich genüsslich durch das Arabische Meer. Nur gelegentlich stoppe ich, weil meine Schwimmbrille beschlägt. Das Modell ist alt und hat schon etliche Kilometer am Kopfe seines Trägers im Wasser zurückgelegt. Da hilft nur die gute alte Methode: Einmal hineinspucken, mit der Zunge verreiben und wieder aufsetzen. Im Salzwasser, so mein Eindruck, muss das öfter geschehen als im Süßwasser. Vielleicht liegt es aber auch einfach an der Wassertemperatur.

Der Strand von Agonda ist weitläufig und still

Gott sei Dank brennt die Sonne so früh am Morgen noch nicht so. Da bekommt der Kopf wenigstens Luftkühlung. Ein bisschen zumindest. Jedenfalls fühle ich mich kräftig. Die Arme strecken sich, die Hände suchen den Widerstand des Wassers. Dann ziehe ich mich wie an einer Reckstange bei einem Klimmzug am Wasser entlang. Tatsächlich aber bewege ich das flüssige Medium an meinem Körper vorbei. Vortrieb. Es geht voran.

Links, rechts, immer wieder, Tausende Umdrehungen

Einen Bruchteil von Sekunde später wird aus dem Ziehen ein Drücken wie beim Klettern in den Stütz, bis zur imaginären Gesäßtasche an der Badehose. Dann verlässt der Arm mit hohem Ellenbogen das Wasser, um sich von der anstrengenden Unterwasserarbeit ein wenig zu erholen. Dieser Zyklus wiederholt sich. Zigtausend Mal, je nach Strecke.

Mathe war nie meine Stärke, aber beim Schwimmen rechne ich mit fast allem

Ein Rechenspiel: Auf 50 Metern benötige ich zwischen 30 und 33 Züge, je nach Geschwindigkeit. Auf einen Kilometer hochgerechnet sind das bis zu 660 Umdrehungen. Bei dreieinhalb Kilometern mehr als 2.000. Rechenspiele eben, die ich beim Schwimmen immer wieder anstelle. Und dies, obwohl ich ein Mathelooser bin.

Ein, zwei, drei – Atmen nicht vergessen

Linker Arm, rechter Arm. Im Zweier/Dreier-Rhythmus. Einmal atme ich nach zwei Armzügen (links/rechts – jeweils einmal) und einmal nach dreien. Ein Takt, den ich schon seit Jahrzehnten so einhalte. Lange erprobt, für gut befunden und bis heute in der Anwendung. Witzigerweise hat meine Tochter Finnia, die Profischwimmerin ist, genau diesen Rhythmus übernommen. Ist das vererbbar?

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