Vermis montibus

Morgenstund hat Gold im Mund
Ein langer Weg an Tag zwei

Frühstück um sieben, Aufbruch um halb acht Uhr. Christine und ich sind nicht die einzigen Gäste gewesen. Briten, Belgier, Berliner – eine bunte Mischung macht sich auf den Weg. Wir wollen weiter zum Friesenberghaus. Neun Stunden liegen vor uns. Die zweite Etappe des Berliner Höhenweges ist zugleich die längste. „Und eine der schönsten“, versichert uns Corina zum Abschied. Sie winkt uns nach, bald sind wir am Berg verschwunden.

Rasch liegt die Gamshütte hinter bzw. unter uns

Es geht hinauf, Richtung Südwesten, über das Schrahnbachkar auf dem Höhenweg Nr. 536. Petrus meint es heute gut mit uns. Die Sonne scheint schon kräftig. Der Pfad ist vom Regen der vergangenen Tage noch etwas matschig. Hier und da auch rutschig. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind von Vorteil. Mein Schatz wirkt etwas besorgt. „Das ist jetzt schon etwas schwierig“, seufzt Christine. „Schön langsam. Gehe einfach wie immer, kein Gedotter“, versuche ich sie zu beruhigen. „Du machst das gut.“

Ein leichtes Auf und Ab

Unten im Tal sehen wir den Zemmbach und das Bergsteigerdorf Ginzling, vor uns die Graue Platte und den Windschrofen. Dort geht es hinauf. Oben angelangt, durchschnaufen. „Ist alles ok?“, frage ich. Christine schaut mich etwas skeptisch an. „Ja schon, ich muss mich ganz schön konzentrieren. Aber es ist toll.“

Ich kann nicht widersprechen. Schon der Weg bis hierher bietet alles, was ein Höhenpfad bieten kann. Mehr oder weniger Anstrengung, ein leichtes Auf und Ab, atemberaubende Ausblicke. Und ein erster kurzer Abstieg. Da passiert es. Christine rutscht aus. Ich höre nur… „Schei…“. Sie sitzt auf dem Hosenboden und fasst sich an den Knöchel. „Tut es sehr weh?“, frage ich. „Mal schauen, wie es beim Gehen ist“, entgegnet mir mein Schatz tapfer. „So ein Mist aber auch. Das war doch gar keine schwierige Stelle.“

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