Räuberhöhlen, Windklang, Erbeskopf

Dirk Paul ist Ranger und arbeitet seit etlichen Jahren im Nationalpark.
Ich stehe vor dem Hunsrückhaus. Aus der Ferne höre ich Kettensägen Schrammeln. Obwohl das Gebiet als Nationalpark ausgewiesen ist, wird hier im Wald gearbeitet. “Noch knapp 30 Jahre“, sagte Ranger Dirk Paul.  Er arbeitet seit vielen Jahren im und für den Nationalpark und im Wald. Forstwirt ist der Mann. Und jetzt erklärt er in Vorträgen, was er und seine Kollegen so machen. „Wir bereiten quasi die Selbstständigkeit des Waldes behutsam vor“, so Paul.
Totholz gibt es am Erbeskopf jede Menge

Das Gebiet „Schwarz-Hochwald“ – so heißt es offiziell – von heute auf morgen sich überlassen, würde nämlich nicht funktionieren. Zu stark war der menschliche Einfluss auf die Natur. Die Mischwälder wurden gerodet, schnellwachsende Fichten angepflanzt. Der Bergbau, die Erzwerke und die Glashütten waren gierig nach dem Brennstoff Holz. „Das gleicht man nicht innerhalb weniger Jahre aus“, sagt Ranger Paul. Sein Spezialgebiet ist das Totholz. Davon gibt es rund um den Erbeskopf eine ganze Menge. Vom Hunsrückhaus aus ist es jedenfalls nicht sehr weit zum Gipfel.

Den Weg markieren bunte Tatzen einer Wildkatze. 70 bis 100 Exemplare leben im Nationalpark. Zu sehen bekommt man sie selten. „Die Tiere“, sagt Paul, „sind sehr scheu.“ „Heute“, entgegne ich, „könnte sich einer der Tiger blicken lassen. Ist ja nix los hier.“ Dirk Paul lacht. „Vielleicht haben Sie Glück.“ Vorweg: Ich habe keines. Immerhin spielt das Wetter mit. Es ist trocken. Trocken und windig und wolkig. Ein bisschen trüb. Eine ganz besondere Stimmung, fast mystisch.

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