Wasser fühlt sich immer kalt an

Eventoplena:  Eisschwimm-Weltrekord, Bodenseequerung über 64 Kilometer usw. – das sind ja Dinge, wo andere sagen, der Hamza hat nicht alle Latten am Zaun. Was sagst Du solchen Leuten?

Hamza: Ich versuche zu erklären, dass der menschlicher Körper sehr klug ist und bei extremen Situationen seine Reserven einsetzt, um zu überleben. Mich reizt das.

Hamza und Uli Munz sind Brüder im Geiste und im Tun

Eventoplena:  Welche Rolle spielt bei solchen Vorhaben die Teamarbeit, z.B. mit Uli Munz, einem anderen Extremschwimmer?

Hamza:  Das Team ist für mich sehr wichtig. Wenn man ein Ziel erreicht hat, dann hat man es nicht alleine sondern mit dem Team geschafft. Nicht nur Uli sondern auch meine Familie, zahlreiche Schwimmfreunde und die Trainerin, die mich monatelang beim Training beobachtet haben und da gewesen wären, wäre es gefährlich geworden.

Eventoplena:  Du und Uli. Ihr bezeichnet Euch als Brüder. Wie kam es dazu?

Hamza:  Uli hat mich bei meinem dritten Versuch betreut, den Bodensee der Länge nach zu schwimmen. Leider wurde mein Vorhaben nach 52 Kilometern wegen Schulterproblemen abgebrochen. Auch beim vierten Anlauf war Uli dabei und zum Glück haben wir es geschafft:  Nach 67 Kilometern und einer Schwimmzeit von 30 Stunden und 44 Minuten  haben wir Bregenz  erreicht. Wir sind beide die Eismeile geschwommen und haben uns gegenseitig unterstützt. Das gab es auch noch nie. Unserer Familien sind in engem Kontakt. Wir sind Brüder!

Auf zu neuen Ufern, auf zu immer neuen Zielen. Hamza Bakircioglu

Eventoplena: Welche Projekte schwirren Dir für dieses Jahr im Kopf herum?

Hamza: Wir wollen die sieben Meeresengen der Welt abschwimmen in sieben Ozeanen.  Aber zunächst möchte ich dieses Jahr den Nord-Kanal von Irland nach Schottland schwimmen. Der ist 34 Kilometer lang. Und wie eingangs erwähnt, wird die Wassertemperatur mit ca. 12/14 Grad  die Herausforderung auf dieser langen Distanz sein.

Eventoplena: Viel Erfolg und herzlichen Dank für das Gespräch.

Hamza Bakircioglu: Extremschwimmer, 46 Jahre, verheiratet, 2 Kinder (16 und 12 Jahre). Industriemeister/Metalltechnik, 1,83m bei derzeit 89 Kilogramm. Für die Querung des Irisch Nord-Kanals trainiert er ca. 70 Kilometer pro Woche. Vorbilder hat Hamza nicht. „Jeder Mensch kann erreichen, was er sich in den Kopf gesetzt hat.“

Alle Bilder und Rechte liegen bei Hamza Bakircioglu, die er mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.

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