„Wenn’s langweilig ist, geht’s zurück“

Wild, schön und gefährlich zurück in der Gondoschlucht
Wild, schön und gefährlich – zurück in der Gondoschlucht

Die Nacht war kurz und wir fahren zu unserem letzten Auftrittsort ins Wallis. Laut Routenplanung keine 500 Kilometer. Wir fahren mehr als sieben Stunden durch Italien und zuletzt eben in die Schweiz. Verona, Mailand, Domodossola lassen wir hinter uns. In Gondo dann der Grenzübertritt. Keine Passkontrolle unterhalb vom Simplon-Pass.

Simplon-Dorf liegt am legendären Stockalperweg
Simplon-Dorf liegt am legendären Stockalperweg

Simplon-Dorf leuchtet von weitem, auch wenn der Himmel grau ist. Rita und Romeo Arnold vom Hotel Grina warten schon. Eine herzliche Umarmung zur Begrüßung. Es folgen Raumbesichtigung, ein Kaffee und eine kurze Besprechung, wo wir was am nächsten Tag aufbauen dürfen. Dann ein Treffen mit Josef „Sepp“ Escher, dem Mann, der über so gut wie alles Bescheid weiß im Dorf. Rita, Sepp und Jürg Krattiger, Geschäftsführer des Simplon-Tourismus-Büros in Brig, haben die Werbetrommel gerührt. „Gibt es Anmeldungen?“, frage ich vorsichtig. „Bisher nur zwei“, sagt Rita. „Wir lassen uns einfach überraschen“, fügt Sepp hinzu. „Auf die Simpler ist Verlass!“

Steinadler aus Stein und letzte Station für uns
Steinadler aus Stein und letzte Station für uns

Am nächsten Vormittag haben Christine und ich ein bisschen Zeit, können uns oben am Simplon-Pass ein wenig umsehen. Einige Schneeflocken wirbeln durch die Luft, es weht ein strammer Westwind. Doch das große Steinadler-Denkmal lässt das kalt. Es wacht über die Gegend. Heute sind hier kaum Menschen unterwegs. Uns beiden gefällt das, hatten wir in den vergangenen Tagen doch kaum Zeit zum Durchschnaufen. Immer wieder auf neue Menschen und Orte einlassen, planen, überlegen, wie wir was und wo aufbauen und immer die spannende Frage: Kommen Interessierte? Ja, das ist auch anstrengend.

Angezuckert. Etwas Winter im September. Etwas früh
Angezuckert. Etwas Winter im September. Etwas früh

Am Abend ist all das vergessen. Der Speise- und jetzt Lesesaal im Hotel Grina ist gut besucht. Die Werbetrommel wurde nicht vergeblich gerührt.

Gespannt, mucksmäuschenstill, interessiert: Das Publikum folgt unseren Ausführungen, unserem Spiel, unseren Empfindungen. Die Gäste lachen, lauschen und leiden mit. Mancher Zuhörer hat am Ende sogar eine Träne im Auge. Tränen der Freude auch bei Christine und mir. Wir sind dankbar für das ehrliche Interesse an unserer Geschichte und dem Buch. Dorothee steht am Tisch und fragt: „Was kostet das Buch?“. „19,40 Euro oder 22,- CHF“, sagt Christine. „Ja, da nehm‘ ich eins. Wenn’s langweilig ist, bring ich’s zurück.“ Ich muss schmunzeln. „So ein ehrliches Publikum ist ein Geschenk.“ Bislang hat die Dame das Buch nicht zurückgegeben.

„Der blaue Tiger – Drei Monate zu Fuß über die Alpen“. 252 Seiten, Hardcover, 19,40 Euro plus Versandkosten. Bestellung unter eventoplena@gmx.de . Wer möchte, dass wir auch bei ihr/ihm lesen, einfach email schicken und dann schauen wir, was geht.

Weitere Infos zu unseren Gastgebern:

www.wildgatter.at

www.hochstadelhaus.at

www.villgraternatur.at

www.alfenalm.at

www.hofbrennerei.com

www.hotelgrina.ch

 

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