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Froschtümpel auf dem Weg nach Johnsbach
Froschtümpel auf dem Weg nach Johnsbach

Ich mache mich an den Abstieg nach Johnsbach. In dem kleinen Dorf stoße ich auf die hübsche Pfarrkirche vom heiligen Ägydius. Eine kleine Mauer umringt das Gotteshaus und den Friedhof. Und der ist ein ganz besonderer. Er gilt als größter Bergsteigerfriedhof Österreichs und das Gesäuse als „Universität des Bergsteigens“.

Gedenken an die Bergsteiger aus dem Gesäuse
Gedenken an die Bergsteiger aus dem Gesäuse

Für einen Bergmenschen wie mich ist der Besuch ein Muss. Etwa 60 Gräber von verunglückten Bergsteigern finde ich. Der Historiker und Heimatforscher, Josef Hasitschka, hat über den Friedhof und die Schattenseite des Bergsteigens viel geschrieben. In seinem Bändchen „Bergsteiger-Dörfer – Johnsbach im Gesäuse“ etwa notiert der promovierte Historiker: „Insgesamt sind über 500 Bergtote seit dem Beginn der Aufzeichnungen (1810) des Pfarramtes Johnsbach und des alpinen Rettungs-Ausschusses Wien im Gesäuse zu beklagen.“

Schmuckvolle Gräber als Mahnung. Bergsteigen ist auch gefährlich.
Schmuckvolle Gräber als Mahnung. Bergsteigen ist auch gefährlich.

Einige Gräber und Gedenktafeln sind bis heute zu sehen. Manche sind schlicht gehalten, manche wirken mit ihren Inschriften ein bisschen skurril. Aber sie zeigen, dass sich die Menschen im Gesäuse auf das Engste mit den Bergen verbunden fühlen. Gipfel und Grate sind Fluch und Segen zugleich.

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