Wo die Freiheit saust und haust

Kurze Rast an der Peternscharte
Kurze Rast an der Peternscharte

Früher Aufbruch. Draußen vor dem Haus stochern zwei Gämsen zwischen den Latschen herum. Murmeltiere pfeifen. In der Nacht hat es geregnet. Die Bergblümchen leuchten dadurch noch kräftiger als sonst. Ich bin der Erste, der die Hesshütte verlässt. Und zwar in Richtung Peternscharte und Planspitze. Der Panoramaweg durch das große Kar führt durch Altschneefelder. Nach einer Stunde stehe ich am Übergang, an der Peternscharte. Über mir thronen Hochtor und Rosskuppe. Würde ich den Pfad weiter in Richtung Norden gehen, müsste ich den steilen Peternsteig hinabklettern. Reini und sein Onkel Fritz hatten mir empfohlen, das zu lassen. „Runterwärts ist da schon viel passiert.“

So weit das Auge reicht. Auf der Planspitze sehr weiiiiiiit.
So weit das Auge reicht. Auf der Planspitze sehr weiiiiiiit.

Ich steige also hinauf zur Planspitze. An mancher, etwas steileren Stelle sichern Drahtseile den Pfad. Arme, Beine und der Kopf sind gefragt. Am Gipfelkreuz werde ich belohnt. Die Planspitze ist mit ihren 2.117 Metern ein wunderbarer Aussichtsberg auf das gesamte Gesäuse. Der Wind frischt etwas auf. Er saust über den Gipfel hinweg und föhnt meine Schweißperlen von der Stirn.

Jetzt weiß ich auch, warum das Gesäuse Gesäuse heißt. Sicher auch, weil „drunten“ im Tal die wilde Enns das Gebiet mit wilden Stromschnellen durchsaust und rauscht. Dahinter erheben sich Großer und Kleiner Buchstein, Tieflimauer und Tamischbachturm. Ich schaue mich satt und entdecke mein Quartier für die nächste Nacht: Die Ennstaler Hütte. Sie liegt auf einem kleinen grünen Plateau, am Rande der Baumgrenze.

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