Würste, Weite, Warteschlangen

Wegbegleiter für einige Zeit

Im Nordosten kratzen Schneefernerkopf, Plattspitzen, Gatterlköpfe und Hochwanner an den Wolken. Diese Gipfel begleiten mich heute noch einige Zeit. Jetzt quasi im Norden, später im Süden, also davor und dahinter.

Das ist die richtige Richtung

Nach ca. 45 Minuten habe ich die Ehrwalder Alm erreicht. Kurzer Zwischenstopp. Hemd aus. Ich schwitze wie eine Duschkabine. Wandern mit freiem Oberkörper? Ja! Das ist für mich der Inbegriff der Freiheit. Warum? Weil es ein Wohlfühlgefühl aus Wärme, Wind und Weg gibt. Ein Genuss.

Auf dem Wegweiser steht eine Stunde bis zur Hochfeldernalm, bis zum Gatterl zweieinhalb Stunden. Ich nehme es zur Kenntnis, habe ja den ganzen Tag Zeit. Denn heute werde ich nicht bis zum Gipfel gehen. Weil ich nicht weiß, ob und wie mein Knie mitspielt, habe ich vorsichtshalber einen Lagerplatz in der Knorrhütte reserviert. Bloß keinen Zeitdruck aufbauen, ich will die Tour genießen.

Bunte Tupfer, freie Welt, großer Genuß

Die Bergstation der Ehrwalder Almbahn liegt rasch hinter mir. Die paar Menschen, die sich dort aufhielten, verteilen sich ebenso schnell im Gelände. Ich bin allein. Es ist still. Und das ist gut so. Ich lausche in mich hinein, spüre, dass ich ruhiger werde, schmecke die leicht herbstlich-erdige Luft und rieche die Kuhfladen auf dem Weg.

Ich rieche sie nicht nur, ich sehe sie auch. Die Fladen.

Bergwandern schärft die Sinne und öffnet Herz und Seele. Es scheint, als schössen Glückshormone durch die Adern.

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