Würste, Weite, Warteschlangen

Zwischenstopp nach einer knappen Stunde

An der Hochfeldernalm treffe ich erstmals wieder Menschen. Zwei ältere Herren. Beide haben einen Filzhut mit Gamsbart auf dem Kopf. Vielleicht Jäger? Aber so ohne Fernglas, ohne Gewehr? Egal. „Grias aich“, sage ich freundlich und marschiere weiter. Bergauf. Durch Latschenfelder. Weißes Geröll liegt dazwischen, manches Moos und manche Blume, deren blaue, gelbe und rote Blüten die sommerliche Leuchtkraft allmählich verlieren. Es ist Mitte September. Der Herbst naht.

Das Am Brand Joch liegt auf gut 2.000 Metern

Und das erste Joch: Am Brand heißt es. 2110 Meter hoch ist es und eingebettet von grünen Grashängen, die zum Teil steil in die Tiefe gähnen. Gegenüber vom Joch stapelt sich fein säuberlich aufgeschichtet der Berg in die Höhe. Eine Freude für jeden Geologen.

Das Drahtseil zum Gatterl ist nur zur Sicherheit gespannt

Kurz geht es hinab und dann wieder hinauf zum Gatterl. Das ist die Grenze zwischen Österreich und der Bundesrepublik. Unschwer zu erkennen an den Schildern. Das Törchen aus Maschendraht quietscht.

Hier ist eine Grenze erreicht. Die zwischen Deutschland und Österreich

„Jetzt bin ich also wieder in Deutschland?“, sage ich still vor mich hin und schaue auf den Weg.

In der Ferne erkenne ich schon die Knorrhütte. Auf dem Weg dorthin laufe ich an einer Zollhütte vorbei und an einem Fundament, auf dem früher die alte Grenzerhütte stand. Heute ist davon nicht mehr viel zu erkennen. Auf der Betonplatte stehen hunderte Steinmännchen, die ins Reintal zu winken scheinen.

Hunderte Steinmännchen und das obligatorische Kruzifix
Die Grenzerhütte ist verriegelt, nicht offen für Wanderer

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