Zu Besuch bei Meister Eder

Der Achensee ist gerade früh morgens ein Spiegel der Seele. Still, tief, wunderschön.

Keine Ahnung, wie oft ich schon hier war. Habe ich vier- oder fünfmal auf der Rotspitze im Rofangebirge gestanden und diesen wunderbaren Blick auf den Achensee genossen? Trank ich sechs- oder siebenmal eine Holunderschorle auf der Dalfazalm? Ich mag den Achensee, die Region und die Leute dort. Denn es gibt aus meiner Sicht kaum eine Gegend, die so viel Abwechslung bietet.

Der Achensee bietet viele Möglichkeiten

Noch schaut die Sonne nicht über die Bergspitzen rund um dem Achensee hervor. Zu früh ist es. Auf den Straßen herrscht kaum Verkehr. Und es ist frisch. Kein Wunder um halbsieben Uhr. Beim Ausatmen bilden sich kleine Dunstwölkchen. Die Kieselsteine am Seeufer knirschen unter unseren Schuhen. Das ist aber auch das einzige Geräusch, das Mario Eder und ich an diesem Morgen hören. Selbst der Achensee scheint noch zu schlafen.

In die Berge von Rofan und Karwendel ist der Achensee eingebettet

Spiegelglatt liegt er vor uns. So, wie er schon seit Jahrtausenden zwischen den wildschroffen Wänden von Rofan und Karwendelgebirge vor sich hin schwappt. Still, tiefgrün, etwas verwunschen, wunderschön. „Und da gehst Du jetzt rein?“, fragt Mario etwas ungläubig. Ich nicke. „Na klar. Wir sind ja nicht zum Spaß hier.“

Mario Eder ist Flieger und Fotograf

Mario ist Gleitschirm-Flieger und Fotograf. Er lebt in Maurach und kennt die Region aus dem Effeff. Hunderte Bilder hat der Mann mit dem Dreitagebart hier schon geschossen. Gestochen scharf, zum Teil spektakulär, mal aus der Luft, mal am Berg, mal von oben nach unten und von unten nach oben. Aber im Wasser? „Das ist quasi Neuland für mich“, lacht er.

Fotos im Wasser sind Neuland für den Gleitschirmexperten

Mario steckt die Finger in den Achensee. „Der ist frisch.“ Sechs Grad hat das Wasser. Ich grinse und mache mich warm, jogge ein wenig, kreise mit den Armen, strecke mich und will anschwitzen. Das gehört zum Kaltwasserschwimmen dazu.

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