Zu Besuch bei Meister Eder

Ins Wasser geht Mario nur mit „Trocki“…

Ein paar hundert Meter weiter hat ein junges Pärchen einen Gaskocher in Betrieb genommen. Es zischt. Die beiden haben hier die Nacht verbracht und winken mir freundlich zu. Ein roter und ein blauer Schlafsack liegen auf den Kieselsteinen. Zwei Rucksäcke daneben. Outdoor-Freaks.

Ich trabe – in meine warme Daunenjacke gehüllt – an den beiden vorbei, drehe nach einigen Metern um und laufe zurück zu Mario. Der hat inzwischen schon sein gesamtes Fotoequipment am Strand ausgebreitet. Zwei Kameras, ein Stativ, mehrere Objektive, einen Reflektorschirm und seinen knallroten Trockenanzug. „Ohne den gehe ich bestimmt nicht in den See“, sagt der gebürtige Innsbrucker und watet bis zu den Knien ins Wasser. „Von mir aus können wir loslegen.“

Fliegen wie die Adler

Vor einigen Jahren bin ich Mario das erste Mal begegnet. Wir lernten uns beim Gleitschirmfliegen kennen. Für mein Radiofeature „Fliegen wie die Adler“ trafen wir uns ebenfalls hier am Achensee. Heute geht es nicht über das Wasser, sondern hinein. Nur mit Badehose, Kappe und Brille bekleidet. Für mich zumindest.

Wasser, Spritzer und Bewegung
Hinein, nur mit Badehose, Kappe, Brille

Der See ist spiegelglatt. Im Hintergrund ragen etliche Gipfel des Karwendel in den stahlblauen Himmel. Zum Teil sind die Spitzen noch schneebedeckt. Auf der anderen, der südlichen Uferseite erkenne ich etwas verschwommen das Örtchen Pertisau. Das Wasser reicht mir jetzt schon bis zur Hüfte. Ich blase ein Atemwölkchen in die kühle Luft, senke meinen Körper ins Wasser, tauche unter. Dann richte ich die Schwimmbrille, nehme Kontakt mit dem See auf und schwimme los. Ganz allein im Tiroler Meer.

Allein auf weiter „Wasser“-Flur

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