Zu Besuch bei Meister Eder

Nicht nur das Wasser, sondern auch der Berg ruft.

Ein Rausch aus Wasser

Ankunft am Dalfazer Wasserfall. Auf der kleinen Aussichtsplattform sondieren wir das Gelände. Hinter uns schießt Schmelzwasser in riesigen Mengen in die Tiefe. Es dröhnt, spritzt, rauscht. Drei Kletterer sind bereits im Steig, ziehen sich in die Höhe. Mario ist erst vor einigen Tagen mit seiner Tochter hier gewesen.

Ideales Gebiet für spektakuläre Eindrücke

„Der Steig ist nicht so schwer, sieht aber spektakulär aus und garantiert uns tolle Bilder“, ist er überzeugt. Senkrecht ragt die Felswand in die Höhe, links davon tost der Wasserfall und hinter uns leuchtet der Achensee in seinem unverwechselbaren Türkisblau in der Vormittagssonne. „Was für ein toller Tag“, platzt es aus Mario und mir fast zeitgleich heraus.

Die Klettergurte sind am Po, die Helme aufgesetzt, die Ausrüstung ist so verstaut, dass wir jeder Zeit loslegen können. Doch wir müssen noch einen Augenblick warten. Ein Kletterduo hat sich offenbar verschätzt. Die Wand ist doch zu schwer, die Männer drehen vorsichtshalber um. Sie riskieren keinen Absturz. Gut entschieden. Falscher Ehrgeiz am Berg kann tödlich sein.

Schon sind wir in der Wand und kraxeln.
Am Wasserfall rauscht und spritzt es

Mit einem festen Griff ins Drahtseil stehen Mario und ich dann doch in der Wand. Wir schrauben uns in die Höhe. Konzentriert. Meister Eder voran. „So kann ich besser sagen, wenn wir einen schönen Platz zum Bilder schießen gefunden haben.“ Die Gischt vom Wasserfall spritzt herüber. Mein Herz pumpt. Die Karabiner sind am Drahtseil eingehängt, ich fühle mich kräftig und sicher, zücke meinen Rekorder und spreche in die „Flüstertüte“.

Bloß nicht hängen lassen. Die Reportage geht schleißlich weiter.

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