
Mitte der 1980er-Jahre meldet sich Christine zur Bergführerausbildung an. Eher spontan, weil sich ihr damaliger Freund auch für diesen Beruf interessiert. Keine große Entscheidung, kein langer innerer Prozess. „Ich habe gar nicht groß darüber nachgedacht. Ich habe es einfach probiert.“

Sie kommt durch die Aufnahmeprüfung. Eine Hürde, an der viele scheitern. Christine nicht. Sie führt das auch auf ihre Herkunft zurück: St. Anton, Arlberg, Skifahren, Gefühl für steiles Gelände und die Gefahren. Dinge, die sich nur schwer antrainieren lassen, sondern wachsen. Ihr Freund scheitert, sie geht weiter. Allein. In der Ausbildung sind sie und Helene Steiner die einzigen Frauen. Eine Situation, die sich nicht nur in Zahlen ausdrückt.
„Nicht immer lustig“
Sprüche, Blicke, Grenzüberschreitungen. Nächte, die „nicht immer lustig waren.“ Und gleichzeitig ein Alltag, der weitergeht. „Ich bin hier wegen der Ausbildung und nicht auf der Suche nach einem Partner.“
Der Weg ist steil, steinig und anstrengend. Beim Eiskurs fällt sie zunächst durch. „Vielleicht lag es gar nicht nur an meiner Leistung“, denkt Christine laut nach. Der Ausbilder galt als nicht gerade frauenfreundlich. Im zweiten Anlauf besteht sie und die nächste Veränderung kündigt sich an.

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