Allein unter Männern

Christine Welzl ist schwanger. Ihre Tochter kommt zur Welt. Das Leben verschiebt sich. Vielleicht wäre ohne die Geburt alles ganz anders gelaufen. Mehr Öffentlichkeit, mehr Karriere als Bergführerin, mehr Touren?

Stattdessen entsteht ein anderer Weg. „Ehrlich gesagt bin ich in der Rückschau froh darüber“, resümiert die sportliche Frau, die inzwischen Großmutter und in Pension ist. Viele Jahre arbeitet Christine als Lehrerin in der Schule, führt unzählige Touren nebenbei, engagiert sich als Alpin-Referentin im Österreichischen Alpenverein und als Bergretterin. Wenn Christine Welzl zurückblickt, ist da keine Verbitterung oder Groll. Natürlich gab und gibt es Skepsis, auch bei ihren Gästen.

„Probleme hatte ich nie“

Männer, die fragen, ob sie bei der Bergführerin richtig sind. „Am Anfang haben sie manchmal schon geschaut“, erinnert sie sich. „Diese Zweifel haben sich immer schnell gelegt. Probleme hatte ich nie. Glücklicherweise auch nie Unfälle.“ Vertrauen entsteht unterwegs. Schritt für Schritt, Griff für Griff. Technik statt Kraft. Gespür statt Dominanz. Die Fähigkeit zu merken, wann jemand überfordert ist. Und der Mut, umzudrehen, bevor es gefährlich wird.

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