Auferstanden als Ruinen

Der erste Schein trügt. Wir befinden uns nicht im antiken Griechenland, sondern in Potsdam. Oberhalb von Schloss Sanssouci erhebt sich der sogenannte Ruinenberg. Das dort oben liegende Wasserbecken sollte einst die Fontänen des Parks speisen.

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Der Schnee hat den Weg zum Ruinenberg in Potsdam angezuckert. Kein Prachtweiß, eher ein graukörniger Schleier, der die üblichen Konturen entschärft. Von Brandenburgs Hauptstadt ist hier nicht viel zu hören.

Unter und hinter mir, nur in wenigen Minuten Entfernung, liegen der Schlossgarten Sanssouci und Potsdam. Doch hier oben, auf gut 74m Seehöhe ist es, als sei ich in einer Zone, in die sich der Alltag kaum freiwillig verirrt. Der Berg gehört zur Stadt, der Weg zur Anhöhe ist sicher keine Trekkingtour. Aber der Pfad erinnert an preußische Glanzzeiten. Ausgerechnet mit Ruinen, die gar keine sind. Denn das Ensemble aus Säulen, Rundtempeln, Türmen und Mauern ist von langer Hand geplant.

Anfang und Aufwand

Preußen-König Friedrich der Große lässt hier 1748 ein riesiges Wasserbecken errichten. Damit sollen die Fontänen im Park Sanssouci gespeist werden. Rund um den Speicherteich stehen Bauten, die der Antike huldigen und gleichzeitig technische Innovation verkörpern. Doch sie erweisen sich als störrisch:

Windmühlen und ein komplexes Leitungssystem kommen kaum über das Experiment hinaus. Die Arbeiten ziehen sich über Jahre – und verschlingen ein Vermögen. Auf heutige Kaufkraft umgerechnet kosten die Arbeiten rund 34 Millionen Euro. Damals 170.000 Taler. Das Projekt scheitert.

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