Auferstanden als Ruinen

Friedrich der Große ist enttäuscht, hatte er sich doch wunderbare Wasserspiele in seinem Schlossgarten versprochen. In einem Brief an den befreundeten französischen Philosophen Voltaire schreibt der „alte Fritz“ 1778 ernüchtert und selbstkritisch:

Nur ein einziges Mal ist es dem König vergönnt, eine sprudelnde Fontäne zu erleben. Unterhalb der Bildergalerie plätschert es am Karfreitag des Jahres 1745. Nur dieses eine Mal reichte der Wasserdruck des großen Sammelbeckens auf dem Ruinenberg aus.

Druck durch Dampf

Genau dort stehe ich. Knapp 47 Meter Durchmesser hat das Bassin inzwischen. Und ein Fassungsvermögen von fast 6.500 Kubikmetern oder 6,5 Millionen Litern.

Auch heute ist das Becken gut gefüllt. Ohne Eis. Dahinter der Normannen-Turm. Schwimmen ist leider nicht gestattet. So richtig funktioniert hat der ursprüngliche Plan des natürlichen Wasserdrucks so gut wie nie. Es dauert knapp hundert Jahre, bis die Pläne von Friedrich dem Großen neuen Schwung bekommen. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts lässt eine Pumpe – angetrieben von einer leistungsstarken Dampfmaschine – die Fontänen in die Höhe schießen. Bis zu 38 Meter.

Kurz denke ich: „Allein die Idee, so etwas zu errichten, ist kühn.“ Und mehr als bloße Garten- und Ingenieurskunst.

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