Auferstanden als Ruinen

Preußenherrscher Friedrich Wilhelm IV. beauftragt 1841 Peter Joseph Lenné. Er gilt seinerzeit als einer der bedeutendsten Gartenarchitekten Europas.

Lenné soll den Ruinenberg landschaftlich in den Schlossgarten Sanssouci einbinden. Der Gartenkünstler verknüpft Wege, gestaltet Sichtachsen und setzt Punkte für Fernblicke. Ein raffinierter Kontrapunkt zur preußisch-königlichen Sommerresidenz. Erneuter Zeit-Sprung, gut hundert Jahre später. Der zweite Weltkrieg ist gerade vorbei. Er hinterlässt deutliche Spuren auch auf dem Ruinenberg. Der Normannenturm ist schwer beschädigt.

Ruinen für die Nachwelt

Die als Ruine konzipierte Anhöhe verkommt zu einer Art Trümmergelände. Von 1957 bis 1971 nutzt die sowjetrussische Armee das Areal als Truppen-übungsplatz. Es dauert bis zur deutschen Einheit, als erste Überlegungen aufkommen, den Ruinenberg nach historischen Plänen wiederherzustellen. Ich gehe langsam weiter, folge dem verschneiten Rundweg. Einzelne Baumgruppen säumen den Pfad. Stumme Begleiter für diesen kalten Kontrast zwischen großen Ideen und dem, was bis heute zu sehen ist.

Jedenfalls deutlich mehr als antikisierende Ruinenromantik. Ehrfurcht. Vor den finanziellen Anstrengungen, die es braucht, um die Bauwerke zu erhalten. Für die Nachwelt.

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