Das Leben im Griff

Trotz Rückschlägen. Die kennt Jasmin zur Genüge. Etwa nach einem Wettkampf 2018. Ein Stein trifft sie beim Abseilen in den Dolomiten. Schock. Ein Finger ist gebrochen, der Ellenbogen lädiert.

Es folgen etliche Operationen. Jede Narkose triggert neue spastische Schübe. Ab da sitzt sie im Rollstuhl. Aber sie klettert wieder und weiter. Jasmin wird Mitglied des österreichischen Nationalteams.

Bereit für jeden Blödsinn

Sie gibt Kletterkurse für Kinder. Unterstützt das „INKLettern“-ein Projekt der Vereinsjugend im Österreichischen Alpenverein – ein inklusives Format, bei dem Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam an die Wand gehen. Und sie weiß: Kinder haben weniger Barrieren im Kopf als Erwachsene. „Die Kleinen fragen: Darf ich mit dem coolen Rolli fahren? Die Großen wollen wissen, wie ich klettere. Aber nie: ob ich’s kann. Sie vertrauen mir.“

Vielleicht ist es das, was Jasmin ausmacht: die Mischung aus Pragmatismus und Leidenschaft. „Ich bin weder behindert noch beeinträchtigt“, erzählt sie. „Ich bin Jasmin.“ Eine Frau, die von sich sagt, „mit mir kann man jeden Blödsinn machen, Pferde stellen und schwimmen gehen.“

Einer ihrer Wahlsprüche kommt von Literaturnobelpreisträger Hermann Hesse. „Man muss das Unmögliche probieren, um das Mögliche zu erreichen.“ Auf ihrem Auto steht das. Jasmin steigt ein, winkt durch das Fenster und fährt davon. Zum nächsten Kletter-Weltcup.

Jasmin PlankKletterzentrum InnsbruckÖsterreichischer AlpenvereinINKlettern

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