Er ist ein „Überzeugungstäter.“ Herbert Wölger, studierter Forstwirt, führt seit vielen Jahren den Nationalpark Gesäuse in der Steiermark – mit ruhiger Hand, ausgleichender Art und mit möglichst überzeugenden Argumenten. Das Ziel: Ein Miteinander von Natur und Mensch.
Weiterlesen: Der stille GestalterWer Herbert Wölger begegnet, spürt schnell: Dieser Mann braucht keine großen Gesten. Der Direktor des Nationalparks Gesäuse spricht leise, wägt ab und findet Worte, die nachschwingen.

„Man kann den Fluss nicht anhalten, man kann ihn nur begleiten“, sagt er, während die grünblauen Wassermassen der Enns unter der Holzbrücke vorbeirauschen. Ein Satz wie ein Aphorismus – und zugleich Programm. Wölger denkt Natur nicht in Kategorien von Beherrschung, sondern von Respekt. Der 1960 in Ardning bei Admont geborene Forstwirt ist ein Naturmensch. Schon früh zieht es ihn hinaus, weg von Hörsälen und Theorie, hinein in die Wälder. Einige Jahre verbringt er in Argentinien.
Der leise Ausgleich
Mit Gleichgesinnten versucht der Experte an der Grenze zu Bolivien, Waldgebiete vor der Abholzung zu bewahren. Das Projekt scheitert. Aber: Wölger lernt dort, wie komplex Naturschutz sein kann.

„Wenn man Menschen überzeugen will, muss man ihre Lebensrealitäten ernst nehmen.“ Radikale Lösungen taugen wenig, Kompromisse dagegen tragen. Ausgleich, Konsens, Sachlichkeit – mit leisen Zwischentöne.

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