
Um eine Mitte festzustellen, braucht es zumindest zwei Enden. Vielleicht auch Extreme. Links, rechts, oben, unten. Aber wie weit geht es nach oben? Wie weit nach unten? Wie soll ich meine innere Mitte finden, wenn ich nicht einmal weiß, wo sich die Enden befinden? Ich fürchte, ich bin mit diesen Überlegungen nicht allein. Viele ringen mit den tagtäglichen Herausforderungen. Alles andere als einfach.
Dabei die innere Mitte zu bewahren, fällt nicht nur mir schwer. Balance ist kein Dauerzustand. Wir müssen sie immer wieder herstellen. Manchmal überfordert mich das. Denn Balance kann Kraft und Anstrengung kosten.
Es geht um Gleichgewicht
Wer schon einmal auf einem Grat in den Bergen gegangen ist, weiß, wie schnell äußere Einflüsse das Gleichgewicht stören können. Ein unsicherer Tritt. Wind. Ein Blick in die Tiefe. Anspannung, Angstschweiß, Atemnot.

Ähnlich fühlt es sich an, einen reißenden Fluss auf einem umgestürzten Baum zu überqueren. Obwohl der Stamm breit genug ist, geraten wir ins Schlingern und ringen um unser Gleichgewicht. Vielleicht besteht Balance gar nicht darin, einen bestimmten Punkt zu erreichen und dort zu bleiben. Vielleicht besteht sie vielmehr darin, auf Veränderungen reagieren zu können, ohne jedes Mal umzufallen.

Schreibe einen Kommentar