Ein Berg – zwei Könige

Ein Berg – zwei Könige

 27. August 2022

Ein Berg als Namensgeber

Ich mag Überraschungen. Dieser Besuch ist eine. Eine schöne und inspirierende. Im Stadtteil Lurup. Dieser Hamburger Distrikt macht weniger durch die schönen Künste von sich Reden, es sind eher das zahlreich vertretene Gewerbe und namhafte Firmen. Eine davon ist eben jener Hellsteller von edlen Füllfederhaltern. In der Ära von Laptop, Smartphone und anderen digitalen Schreibgeräten wirken die Tintenschreiber ein bisschen wie ein Relikt aus der mehr oder weniger guten alten Schulzeit. Als die Lehrer im Deutsch-Unterricht nicht nur auf Rechtschreibung, richtige Zeichensetzung oder guten Ausdruck achteten, sondern auch auf eine schöne und leserliche Handschrift. Auch ich war ein kleiner „Schmierfink“ und kurze Zeit im Schönschreibclub. Heute bin ich dankbar für das, was ich damals als Piesackerei empfand.

Riesige schwarze Schachtel in Hamburg-Lurup

Diese Gedanken gehen mir durch den Kopf, als ich vor der großen schwarzen Schachtel stehe, die ganz links oben ein weißer Klecks ziert. Das ist freilich kein Fleck, sondern ein Markenzeichen. Das des Schreibgeräte-Herstellers Montblanc. Es zeigt die stilisierte schneebedeckte Kuppe des gleichnamigen Berges mit seinen sechs Gletscherzungen.

„Der Kunst des Schreibens ein Zuhause geben“

Montblanc-CEO Nicolas Baretzki

1906 gründet der Ingenieur August Eberstein die Simplo Filler Pen Co. Die Nachfrage nach Schreibgeräten ist seinerzeit groß, die Geschäftsidee so simpel wie der Name vermuten lässt. Eberstein möchte einen Füllfederhalter auf den Markt bringen, der nicht kleckst und vergleichsweise leicht nachzufüllen ist. Der umtriebige Geschäftsmann holt drei Hamburger Kaufleute mit ins Boot. Sie schreiben eine Erfolgsgeschichte.

Schreiben als Kunst

Im wahrsten Sinne des Wortes. Schreiben in seiner vielleicht schönsten, sicher aber in seiner persönlichsten und ursprünglichsten Form. Es geht um das Schreiben mit der Hand. „Unser Ziel war es“, sagt Montblanc-Chef Nicolas Baretzki bei der Eröffnung des Museums im Mai, „der Kunst des Schreibens ein besonderes Zuhause zu geben.“ Auf 3.600 Quadratmetern finden sich alle Zutaten für diese spezielle „Homestory“.

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