
Die erste dokumentierte Schwimmmeisterschaft fand 1844 in London statt. Interessanterweise siegen dort zwei indigene Schwimmer aus Nordamerika.
Mit einer Technik, die man damals belustigt „Over Arm Stroke“ nennt. Dem heutigen „Kraulen“ schon recht ähnlich. Doch das Publikum mag diese Art des Schwimmens überhaupt nicht. Es ist empört. Zu viel Gespritze. Zu wenig Etikette. Allein: Die europäischen Brustschwimmer sind chancenlos bei diesem Kräftemessen.

Brustschwimmen gilt als ältester Stil der Moderne. Lange Zeit ist er auch der einzige, der bei Wettkämpfen zulässig ist. Brust-schwimmen entspricht im Europa des 19. Jahrhunderts den Vorstellungen von gesellschaftlicher Etikette und Eleganz. In viktorianischer Zeit schwimmt man am liebsten mit dem Kopf über Wasser – aus modischen Gründen. Schwimmkappen gibt es nicht. Der Stil ist ein Sinnbild kontrollierter Eleganz.
Kontrollierte Eleganz
Noch heute ist Brust der am weitesten verbreitete Stil im Breitensport. Und der einzige, bei dem man sich nebenbei noch über Wasser unterhalten kann. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts setzt sich langsam das Kraulen durch. Der Australier Richmond Theophilus Cavill (1884–1938) gewinnt 1899 die Landesmeisterschaft über 100 Yards.

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