Eine spritzige Lektion

Nach ein paar Minuten bemerke ich Bewegung am Beckenrand. Die Kursleiterin steht an der Kante und winkt mich zu sich. Ich halte kurz inne und schwimme heran. „Könntest du bitte auf die andere Seite vom Becken gehen? Danke.“

Ich blinzle ein wenig irritiert. „Warum denn?“ Sie bleibt freundlich, fast bedauernd und entschuldigend. „Die Kursteilnehmer werden zu nass. Das stört sie.“ Ich schaue ungläubig. Und schwimme weiter. Nur noch eine Bahn. Schüttele nicht nur die müden Arme und Beine aus, sondern auch den Kopf.

Habe ich das richtig verstanden? „Die Kursteilnehmer werden zu nass. Das stört sie.“ Der Satz bleibt und arbeitet in meinen grauen Zellen. Aquagymnastik. Das ist Bewegung im Wasser. Das sorgt für Wellen, kleine Strudel und manchen Spritzer. Das ist normal und nicht zu verhindern. Auch nicht, dass ein paar Tropfen im Gesicht landen. Jede und Jeder, die oder der in ein Schwimmbad geht, weiß das. Sollte es wissen.

Nass ist nicht gleich nass

Eben noch haben die Herrschaften selber Spritzer erzeugt und mit Lachen quittiert. Bei fremd verursachten Tropfen scheint das eine andere Qualität zu haben. Nass ist eben nicht gleich nass. Ich ziehe noch eine Bahn und schaue hinüber zur Gruppe. Arme gehen hoch. Wasser spritzt. Alle lachen. Triumphierend? Die Blicke der Sportelnden lassen es fast vermuten.

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