
Das Wasser der Steyr treibt Hämmer, Schleifsteine und Maschinen an. Die Kraft des Flusses wird zum Pulsschlag der frühen Industrie. „Da gibt es unglaublich viele Geschichten“, sagt Hack und blickt auf die alten Fabrikgebäude.

Im 19. Jahrhundert erreicht die Entwicklung ihren Höhepunkt. Josef Werndl macht aus einer Werkstatt einen der größten Rüstungs-Konzerne seiner Zeit. Bis zu 10.000 Menschen arbeiten in den Fabriken am Wehrgraben. Gewehre aus Steyr avancieren zum Exportschlager. Sie bringen satte Gewinne, Arbeitsplätze und technischen Fortschritt. Anderswo aber auch Not, Elend und Zerstörung.
Ein Stück Soziales
In dieser Zeit entsteht die alte Schwimmschule. Europas ältestes Arbeiterbad. Werndl hat es 1874 am Wehrgraben für seine Belegschaft errichten lassen. Der Firmenpatriarch wollte wohl die Hygiene der Arbeiter verbessern. Aber sicher auch, damit sie arbeitsfähig bleiben. „Und doch ist das Bad ein Stück Sozialgeschichte“, erzählt Wolfgang Hack.
Heute kümmert sich ein Verein um den Erhalt der alten Schwimmschule. Während wir durch die Altstadt gehen, wird schnell klar, dass Wolfgang Hack keine Jahreszahlen in den Vordergrund stellt.


Der Fremdenführer sammelt Geschichten. Hinter beinahe jedem Haus scheint eine weitere zu warten. Auch die, warum die Stadt Steyr mit der einstigen Styraburg zwar Namensgeber des Bundeslandes Steiermark ist, aber inzwischen politisch zu Oberösterreich gehört. „Im Mittelalter veränderten sich die Machtverhältnisse und die politische Grenze verschob sich nach Süden.“

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