

Es beginnt auf Colonsay. Kiloran Bay. Heller Sand, Atlantik, Wind. Bilderbuchschön — wenn man Bilderbücher mit Temperaturen knapp oberhalb der Sechs-Grad-Grenze mag. Ich stapfe hinein, zucke kurz und tauche ab.
Wenig später folgt der nächste Schwumm in einer kleinen Bucht zwischen Colonsay und Oronsay. Längst hat mein Körper offenbar die Fähigkeit verloren, Kälte als unangenehm zu empfinden. Insgesamt komme ich in den zwölf Tagen auf gut ein Dutzend Wasserkontakte.

Klingt für viele realistisch. Zumindest solange, bis ich sage, dass die schottischen Lochs, Flüsse, der Atlantik und die Nordsee alles andere als sonderlich warm sind. Meist noch einstellig, was die Wassertemperatur angeht. Zwischen fünf und zehn Grad. Loch Lomond. Loch Long. Loch Linnhe. Dazu Dips auf Colonsay, bei Oban, etwas außerhalb der Stadt und im Osten an der Nordsee
L wie Loch

Kaltes Wasser scheint in Schottland ohnehin in unbegrenzter Menge verfügbar zu sein. Mehr als 31.000 Lochs gibt es im Land der Dudelsäcke, Disteln und Destillerien. Hinzukommen Teiche, Tümpel, Flussläufe. Sowie Atlantik und Nordsee. Am schönsten ist das Eintauchen meist nach ausgiebigen Bergtouren. Denn das Wetter bleibt traumhaft. So pressen die Aufstiege den Schweiß aus den Poren. Sehr zuverlässig sogar.
Allen Winden und Hagelschauern zum Trotz. Zum Beispiel am Ben Arthur, besser bekannt als „The Cobbler“. Oder beim Weg zu den Steall Falls. Auch der Cruach Tairbeirt bei Arrochar und der Càrnan Eoin auf Colonsay sorgen dafür, dass ich zwischendurch eher aussehe wie ein wandernder Wischmopp.



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