


Die beste Abkühlung wartet oft weiter unten. Im Glen Nevis wird daraus ein Paket für Outdoor-Schwimmfreaks. Erst dusche ich unter den Steall Falls. H2O der Schneeschmelze, entsprechend vitalisierend.
Das Wasser prasselt mit Wucht auf jenen Körper, der nach drei Stunden Fußmarsch gut aufgewärmt ist. Als ich unter der Naturdusche stehe, kommt eine Wandergruppe vorbei. Daumen hoch. „You’re brave“, ruft eine der Frauen herüber. „Truly refreshing“, entgegne ich mit glücklicher Mine.
Ansonsten scheint das hier niemanden sonderlich zu interessieren. Die Einheimischen nehmen das wohlwollend wahr, wundern sich aber nicht. Die Schotten gehen schließlich selbst gern ins kalte Wasser. In Deutschland hätten vermutlich mehrere Leute gefragt, ob das nicht furchtbar kalt sei.
Was hängen bleibt
Die Schottinnen und Schotten kennen die Antwort aus eigener Erfahrung. Also muss die Frage auch niemand stellen. Später steige ich in den River Nevis. Die Sonne lacht. Ich auch. Mein Körper rötet sich rasch. Meine Augen schauen durch die Schwimmbrille durch klares Wasser. Glücksmomente, die hängen bleiben.

Weil die wilden Highlands so schön leuchten. Sie könnten damit protzen. Tun sie aber nicht. Sie bleiben bescheiden. Der Wind. Die kargen Hänge. Das raue Klima. Stundenlang streife ich durch Landschaften, die vielmehr sind als Filmkulisse für Highlander, Braveheart oder Rob Roy.

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